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Lübeck Experte fordert: Große Busse raus aus der Altstadt
Lokales Lübeck Experte fordert: Große Busse raus aus der Altstadt
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10:11 01.12.2016
Enge Beckergrube: Vor allem für die Fahrer von Gelenkbussen sind viele Kurven in der Altstadt eine echte Herausforderung. Jetzt will ein Verkehrsexperte die „Ungetüme“ verbannen. FOTOS: LUTZ ROESSLER, RÜDIGER JACOB
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Innenstadt

Lübecks öffentlicher Personennahverkehr ist gut aufgestellt. „Möglicherweise sogar zu gut.“ Das sagt Hartmut Topp, Stadt- und Verkehrsplaner. Auf Einladung des Architekturforums sprach der Moderator von Planungsprozessen und Beteiligungsverfahren vor etwa 80 Gästen in der Volkshochschule. „Wie viel Auto in der Altstadt und wozu?“, lautete die Fragestellung seines Vortrags, bei dem unter anderem auch der Busverkehr im Fokus stand.

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Beim Vortrag des Architekturforums ging es um die verkehrsberuhigte City.

Topp zog Vergleiche mit Städten wie Salzburg, Stralsund, Regensburg oder Speyer und kam zu dem Ergebnis, dass in Lübecks Altstadt „möglicherweise zu viele Gelenkbusse eingesetzt werden“. Zwar erhöhe eine gute Busanbindung den Wert einer Stadt, indes müsse man auch fragen, ob insbesondere der Altstadtkern mit großen Bussen befahren werden müsse. Andere Städte hätten im historischen Stadtkern deutlich kleinere Busse und verkehrsberuhigte Gemeinschaftszonen eingesetzt. „Je ungeregelter die Zone, desto mehr wird aufeinander Rücksicht genommen“, so die Beobachtungen Topps.

Der Experte kam auch auf den Koberg und die kontrovers diskutierte Asphaltierung der Straße zu sprechen. „Wenn ich verantwortlich wäre, würde ich sicherlich auch eine Asphaltierung vorziehen, aber nur wegen der langen und schweren Gelenkbusse“, sagte Topp. Er sprach sich auch für eine deutliche Verlängerung der Fußgängerzone aus. Und die könnte seinen Vorstellungen zufolge bis hin zur Großen Burgstraße reichen. Topp berichtete von gemeinschaftlich befahrenen Straßen, auf denen sich Fußgänger, Radfahrer und der Autoverkehr „langsam, behutsam und rücksichtsvoll“ begegneten. In der Diskussion wurde mit Interesse zur Kenntnis genommen, welche Wege etwa die Stadt Regensburg geht. Dort seien kombinierte Routen eingerichtet worden, damit Verkehrsteilnehmer sich „verträglich begegneten“.

Für den Stadtplaner Klaus-Heinrich Petersen, der die Gäste in der VHS begrüßte, war der Vortrag „spannend und inspirierend“. Auch in Lübeck könnten neue Wege diskutiert und realisiert werden. Dazu müsse auch der Stadtverkehr einbezogen werden. Dem Argument, es fehle das Geld, müsse entgegengehalten werden, dass auch der Einzelhandel von Verkehrsberuhigungen – Beispiel Hüxstraße – profitiere. „Statt restriktiver Regelungen sollte eine verträgliche Begegnung von Fußgängern, Radfahrern, Autos und Bussen gesucht werden“, sagte Petersen.

„Da ist noch reichlich Potenzial.“

 Rüdiger Jacob

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