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Lübeck Explosives Konflikt-Gemisch
Lokales Lübeck Explosives Konflikt-Gemisch
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20:10 31.05.2018
St. Lorenz Nord/St. Jürgen

Der beinahe tödliche Messerangriff von Esa J. war die Explosion eines unheilvollen Gemischs von ungelösten Konflikten in der aus Syrien geflohenen Familie. Die Anteile dieses Gemischs zu bestimmen, ist die schwere Aufgabe des Gerichts. Die Ehefrau hat für entscheidende Punkte die Aussage verweigert, wozu sie das Recht hat. Außenstehende, die etwas sagen könnten, sind rar. Immerhin bestätigte am Donnerstag der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer Stefan R. die massiven Konflikte in der Ehe von Esa J. und Samira S. Aber tiefere Einblicke in die Einzelheiten hatte auch er nicht.

Der Angeklagte schlug seine Frau offenbar regelmäßig. Möglicherweise hatte er ein Verhältnis mit ihrer Mutter. Das Kind, das seine Frau und er sich angeblich gewünscht hatten, wurde höchstwahrscheinlich anonym zur Adoption freigegeben. Mehrmals hatte sie ihn verlassen und war dann doch zurückgekehrt.

Die Aussage eines Polizeibeamten ließ Esa J. als emotional instabil und unbeherrscht erscheinen. Einige Monate vor der Tat hatte er vor der Schule auf seine Frau gewartet und sie mit Drohungen zum Reden bewegen wollen. Als sie sich weigerte und die Polizei kam, schrie er immer wieder ihren Namen und war nach Aussage des Beamten nicht ansprechbar. Bevor der Beamte ihn daran hindern konnte, stieß Esa J. seinen Kopf mit Anlauf gegen eine Glasscheibe. Für eine verminderte Schuldfähigkeit reichte das nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters aber nicht. Ob das Gericht ihm folgt, wird erst das Urteil zeigen.

War es versuchter Mord? Versuchter Totschlag? Oder wollte Esa J. seine Opfer gar nicht töten? Das sind die entscheidenden Fragen. Vieles, was auf Plan und Vorsatz hindeuten könnte, scheint nicht eindeutig belegt zu sein. Eine SMS mit Todesdrohung; der Satz: „Wenn ich dich nicht kriege, kriegt dich auch kein anderer“; der Satz: „Die Kirche wirst du nie wiedersehen“ – was davon ist Wirklichkeit, was Hörensagen?

Die Plädoyers werden am 7. Juni gehalten. Das Urteil fällt voraussichtlich am 11. Juni.

kab

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