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Lübeck Fachkräfte gesucht: Handwerk will jetzt Studenten anwerben
Lokales Lübeck Fachkräfte gesucht: Handwerk will jetzt Studenten anwerben
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20:00 19.10.2013

Überfüllte Hörsäle, hoher Leistungsdruck, wenig Geld in der Tasche: Das Handwerk wirbt angesichts des eigenen Fachkräftemangels und Tausender unbesetzter Lehrstellen künftig gezielt um genervte Studenten. „Hochschüler und Studienabbrecher sind eine Zielgruppe, um die sich die Handwerkskammern verstärkt bemühen“, bestätigt Frank Zopp, Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Handwerkskammer Schleswig-Holstein startet so im November eine Veranstaltungsreihe in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Dort will die Kammer auch die Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) intensivieren. „Wir wollen in Zukunft direkt in die Unis. Die potenziellen Fachkräfte, die sich dort vielleicht nicht gut aufgehoben fühlen, dürfen uns nicht verloren gehen“, sagt Handwerkskammer-Sprecher Ulf Grünke. In Zukunft soll das Projekt auch auf weitere Hochschulstandorte wie Lübeck ausgedehnt werden.Laut des Berufsbildungsberichts des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bricht rund jeder Vierte (28 Prozent) derzeit sein Bachelor-Studium ab. An den Maschinenbau-Fakultäten schmeißt zum Teil jeder Zweite vor dem Abschluss das Handtuch. „In naturwissenschaftlichen Fächern werden mit jeder Zwischenprüfung viele ausgesiebt. So kann man mit jungen Leuten nicht umgehen“, schimpft ZDH-Präsident Otto Kentzler.

Da sei das Handwerk attraktiver, es bietete eine klare Orientierung, meint Kentzler und warnt, dass in Deutschland „der Trend zur bloßen Akademisierung fatal ist“.Es gehe laut Zentralverband dabei nicht um einen Wettkampf mit den akademischen Berufen, vielmehr wolle man Studien-Abbrechern neue Perspektiven aufzeigen. Auch um potenzielle Akademiker wirbt das Handwerk aber bereits ganz aktiv, beispielsweise auf Berufsmessen. Mit Erfolg: Der Abiturientenanteil bei neuen Lehrlingen stieg so im Bereich der Handwerkskammer Lübeck zuletzt auf 9,4 Prozent.

Vor drei Jahren waren es nur 5,8 Prozent.„Wer sich für das Handwerk entscheidet, muss nicht automatisch auf einen Akademikergrad verzichten“, sagt VDZ-Sprecher Zopp. Ein Meisterabschluss stehe mit dem Bachelor im europäischer Qualifikationsrahmen auf einer Stufe, viele Ausbildungbetriebe würden zudem ein duales Studium anbieten.Die Universität Lübeck hat gegen die Charme-Offensive des Handwerks gegenüber Studenten nichts einzuwenden: „Akademische Ausbildung und Handwerk müssen sich ergänzen. Etliche Fachbereiche bei uns sind auf fähige Handwerker angewiesen“, betont Uni-Sprecher Rüdiger Labahn. Jan Wulf

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