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Lübeck Fahrräder unterm Hammer: Vom Rennrad bis zum alten Rahmen
Lokales Lübeck Fahrräder unterm Hammer: Vom Rennrad bis zum alten Rahmen
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20:34 20.09.2016
Benjamin Chase (38) hat für seinen zehnjährigen Sohn ein Fahrrad ersteigert. Quelle: Fotos: Cosima Künzel

Etwa 200 Fahrräder stehen auf dem Koberg für die Versteigerung bereit. Rostlauben neben Retromodellen und Rennräder neben Rahmen ohne Reifen. Mal sind sie verbeult, ohne Licht und Profil. Mal stehen sie tadellos und verkehrstauglich in dem Lenkergewirr. Hunderte Zuschauer kommen und gehen. Viele wollen nur schauen, andere haben ein Ziel. Das von Benjamin Chase (38) lautet: ein Fahrrad für den zehnjährigen Sohn finden.

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Auf dem Koberg ist das Angebot groß. Marc Simon (30) steht im Hänger und hat den Überblick.

Dabei hilft Marc Simon (30). Normalerweise Möbelspediteur, an diesem Tag im Auftrag der Stadt zuständig für die Versteigerung der Fundstücke. Unter den Hammer kommen alle Räder, die beim Fundbüro der Meldestelle abgegeben und vom Besitzer nicht abgeholt wurden. Der Zeitraum umfasst den 6. Oktober vergangenen Jahres bis 6. März dieses Jahres. Firma Simon Transporte übernimmt die Versteigerung nach eigenen Angaben zum zweiten Mal und weiß, wie es läuft. Links auf dem Hänger sitzt Mutter Elke Simon und macht die Abrechnung, in der Mitte steht der Auktionator, und von rechts reichen zwei Mitarbeiter wie am Fließband die Räder an.

Marc Simon stellt die Ware mit einer Mischung aus technischen Details und kurzweiligen Sprüchen vor. Den Wert schätzt er: von einem Euro für alte Rahmen ohne alles bis hin zu E-Bikes, die einige hundert Euro wert sind. Während Eva Blum das erste Objekt des Tages ersteigert – einen Fahrrad-Anhänger für sechs Euro – hält Benjamin Chase nach seinem Wunschmodell Ausschau. Er hat sich vorher die Nummer notiert und wartet, bis es aufgerufen wird.

Neben ihm fachsimpeln ein paar Kenner über das Prozedere. „Bloß nicht so ein Schrottding nehmen“, rät der eine, „die Ersatzteile sind zu teuer, das lohnt sich bei Rädern nicht.“ Aber Chase weiß, was er will. „Es soll nicht mehr als 25 Euro kosten, und ich will es mit meinem Sohn gemeinsam wieder flottmachen.“ Als die entsprechende Nummer aufgerufen wird, bieten einige Leute mit. Der Auktionator zählt die Handzeichen und die Euros in Einer- und Zweierschritten aufwärts. Chase geht bis 22 Euro – und ist am Ende der Meistbietende. Zufrieden holt er das Rad vom Podium und schaut es aus der Nähe an. „26 Zoll, guter Rahmen, den Rest machen wir selbst“, sagt er, während die nächsten Stücke unter den Hammer kommen.

Weitere Fundsachen werden heute ab 14 Uhr im Gemeinschaftshaus Karlshof, Hofweg 11a, versteigert.

Cosima Künzel

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