Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Falkenwiese: Umbau des Quartiers soll 2016 starten
Lokales Lübeck Falkenwiese: Umbau des Quartiers soll 2016 starten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:13 22.01.2014
Autos werden auf den Gehwegen geparkt, weil es an Platz mangelt. Fußgänger haben es schwer durchzukommen. Quelle: Olaf Malzahn
Anzeige
Lübeck

Dazu sollen die Ideen der Bürger aus der Anwohner-Versammlung der vergangenen Woche analysiert werden. Das Problem: In den schmalen Straßen parken Autofahrer ihre Wagen auf den Gehwegen, so dass Fußgänger mit Kinderwagen kaum hindurch kommen. Oder aber die Autos stehen auf der Straße und blockieren damit die Durchfahrt für die Rettungswagen und Müllfahrzeuge.

Innensenator Bernd Möller (Grüne) wollte mit einer großangelegten Offensive gegen Falschparker vorgehen und Knöllchen verteilen. Denn die Beschwerden über Engpässe hatten zugenommen. Dagegen gab es massive Proteste der Anwohner. Möller hat ihnen nun Kontrollen mit Augenmaß zugesagt. Auch Bausenator Boden will sich um „eine Verbesserung für alle Seiten“ bemühen: „Wir wollen die Toleranz wiederherstellen, die in solchen Quartieren nötig ist.“

Außerdem will die Stadt einen alten Plan für die Falkenwiese von 2010 aus der Schublade holen, der wegen Geldmangels nie verwirklicht wurde. Die Idee: Die Straßen werden aufgerissen, die Entsorgungsbetriebe verlegen die Leitungen neu, und in diesem Zuge werden die Straßen umgestaltet. Ursprünglich sollte es 2011 losgehen. Jetzt sollen die Arbeiten 2016 beginnen. Da immer zwei Straßen im Doppelpack gemacht werden sollen, dauert die Baumaßnahme voraussichtlich bis 2020.

Dabei sollen die engen Straßen des Quartiers von sechs auf sieben Meter verbreitert und die Bürgersteige jeweils von zwei auf 1,50 Meter verkleinert werden. Dadurch könnte weiterhin an beiden Straßenseiten geparkt werden, die Gehwege wären frei — und Rettungswagen könnten hindurch.

Die Anzahl der Parkplätze würde sich von derzeit 705 auf 727 erhöhen. Damit hätten die Autofahrer, die dort wohnen, fast alle einen Parkplatz — 750 Autos sind in dem Quartier gemeldet. 2,8 Millionen Euro kosten die Straßenarbeiten.

Der Knackpunkt: Die Hausbesitzer sollen sich an den Kosten beteiligen — in einer Größenordnung von 4000 Euro. Außerdem soll auch das Parken an der zweispurigen Falkenstraße auf der Seite zur Falkenwiese erlaubt werden.

Doch nicht nur im Wohnquartier Falkenwiese vor der Altstadtinsel tut sich etwas. Die Stadt will auch Lösungen für die anderen Viertel erarbeiten. Bausenator Boden kündigt an, bis zum Sommer für alle Wohnviertel mit zu wenig Stellplätzen Konzepte gegen die Parkplatznot vorzulegen. jvz

CDU kritisiert Senator
Das Verhalten von Innensenator Bernd Möller (Grüne) tadelt die CDU. Mehr als 900 Unterschriften der Bürgerinitiative Parken Falkenwiese seien „ein deutliches Signal an den Innensenator, dass er mit seiner Einschätzung der Situation falsch lag“, so Dirk Freitag. Weder das kompromisslose Verteilen von Strafzetteln noch der Vorschlag, Car-Sharing zu nutzen, seien ein Zeichen dafür, dass ernsthaft nach Lösungen gesucht wurde. „Wer von Anfang an ideologische Scheuklappen aufsetzt, erhält kein tragbares Ergebnis.“

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige