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Lübeck Familiendrama: Sohn hatte Streit mit der Mutter
Lokales Lübeck Familiendrama: Sohn hatte Streit mit der Mutter
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09:58 18.07.2017
Blumen und Kerzen vor dem Hauseingang erinnern an das schreckliche Verbrechen. Quelle: Foto: Holger Kröger

Ein Blumenstrauß aus roten Rosen und gelben Gerbera liegt vor dem Treppenabsatz des roten Doppelhauses im Ortsteil Siems. Abgelegt für die 51-jährige Bewohnerin des Hauses, die am vergangenen Freitag Opfer eines blutigen Familiendramas wurde. Daneben flackern Kerzen, das Siegel der Polizei klebt an der Haustür und erinnert an die schreckliche Tat.

Ein 30-Jähriger soll gegen 23.30 Uhr seine Mutter und seine 78-jährige Großmutter mit einem Messer angegriffen haben. Die Großmutter schwebt noch immer in Lebensgefahr. Die 51-jährige Mutter wurde dagegen so schwer verletzt, dass sie noch am Tatort verstarb. Die Obduktion hat mittlerweile ergeben, dass die Mutter des Beschuldigten aufgrund der Vielzahl ihr zugefügter Stichverletzungen verblutet ist.

„Der Vater konnte nicht agieren", Ulla Hingst Staatsanwaltschaft

Das Motiv des Täters blieb zunächst im Dunkeln, jetzt gibt es jedoch erste Hinweise. „Der Beschuldigte hat angegeben, es habe einen Streit zwischen ihm und seiner Mutter gegeben. An das weitere Tatgeschehen hat er nach seinen Angaben jedoch keine Erinnerung“, sagt Oberstaatsanwältin Ulla Hingst. Worum es in der Auseinandersetzung ging, wollen die Ermittler jetzt herausfinden.

Anders als bisher vermutet, war auch der Vater des jungen Mannes zur Tatzeit mit im Haus. „Er lebt sonst in einer Pflegeeinrichtung und ist schwerst pflegebedürftig. Er war nicht in der Lage zu agieren“, so Hingst.

Der Tatverdächtige wurde am Sonnabend zunächst dem Amtsarzt vorgestellt und am Abend dem Haftrichter vorgeführt. Mittlerweile ist ein Haftbefehl unter anderem wegen Totschlags erlassen worden. Der 30-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. „Auch die vorläufige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus ist geprüft worden“, sagt Ulla Hingst. Allerdings habe der Amtsarzt bei der Begutachtung des Beschuldigten keine Anzeichen einer psychiatrischen Erkrankung gesehen. Diese wäre Voraussetzung für eine Unterbringung.

 Maike Wegner

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