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Lübeck Feier endete im Krankenhaus
Lokales Lübeck Feier endete im Krankenhaus
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22:15 01.11.2013
Lübeck

Um ein Haar wären Peer M. (40) und Kathrin J. (49) durch die Einnahme einer Überdosis K.-o.-Tropfen ums Leben gekommen. Die beiden hatten die hochdosierte, flüssige Droge von Florian H. (28) bekommen und wollten sich damit berauschen. Kurz nach dem ersten Schluck war die 49-Jährige in ihrer Wohnung zusammengebrochen. Wenig später wurde auch Peer M.

bewusstlos, konnte zuvor aber noch den Notruf wählen. Beide mussten auf der Intensivstation der Uni-Klinik behandelt werden.

Florian H. wurde gestern vor dem Amtsgericht wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz zu 120 Arbeitsstunden verurteilt. Er hatte das Rauschmittel im März vergangenen Jahres vor einer Apotheke im Marliring dem 40-jährigen Peer M. kostenlos angeboten. „Ich war dort, um zu trinken und zu feiern“, sagte M., der vor Gericht als Geschädigter auftrat. Florian H. habe ihm einen Flachmann mit Liquid Ecstasy (4-Hydroxybutansäure) angeboten. Mit der Flasche sei er schließlich gegen 22 Uhr bei seiner Freundin aufgetaucht. An viel mehr konnten sich die beiden vor Gericht nicht erinnern. Auch Florian H. wusste nicht mehr, was an dem Tag geschehen war.

Der 28-Jährige hat ein langes Strafregister. Das Gericht hatte Mühe, alle Fälle zu sortieren. H. war bereits mehrfach wegen Diebstahls, Betrugs und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgefallen und dafür unter anderem zu Geldstrafen verurteilt worden, die in Arbeitsstunden umgewandelt wurden und die er aktuell ableistet. Dem 28-Jährigen droht zudem noch eine sechsmonatige Freiheitsstrafe.

Durch die Strafen hat der Verurteilte seinen Job bei einer Zeitarbeitsfirma verloren. Auch eine Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachgehilfen in der Kanzlei seines Verteidigers Frank-Eckhard Brand musste er abbrechen. Brand nahm sich dennoch des jungen Mannes an, besorgte ihm einen Betreuer. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sei sein Schützling in diesem Jahr nicht mehr auffällig geworden, sagte dieser vor Gericht aus.

Staatsanwalt Stavros Karagiannidis und Verteidiger verständigten sich schließlich darauf, es bei der Arbeitsauflage für eine gemeinnützige Einrichtung zu belassen. Die muss H. innerhalb der nächsten sechs Monate ableisten. Zeit genug, um zuvor seine Altlasten loszuwerden. „Sie haben Glück, Sie bekommen noch einmal die Chance, Ihr Leben zu ordnen.“ Mit diesen Worten stellte Richterin Heike Mrozek das Verfahren vorläufig ein. Eine Entschädigungszahlung für die Opfer lehnte sie ab. „Wer so etwas einfach in sich hineinschüttet, kann nicht auch noch eine Entschädigung verlangen.“ Beide Opfer verließen daraufhin wutentbrannt den Saal.

hp

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