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Lübeck Feier für das größte Hochhaus im Land
Lokales Lübeck Feier für das größte Hochhaus im Land
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22:13 30.08.2017
Susanne Freitag ( l.) schneidet die Torte, Matthias Rasch und Dagmar Hildebrand (CDU, M.) schauen zu, die Bewohnerinnen genießen. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Buntekuh

Es ist ein mächtiges Gebäude, das Hochhaus Karavellenstraße 1-5, ein Monument des Städtebaus aus einer vergangenen Zeit. Aber viele Menschen leben dort noch immer gern. Gestern feierten Bewohner, Vermieter und Gäste den 50. Geburtstag des 40 Meter hohen Hauses mit seinen 420 Wohnungen.

Die Karavellenstraße bietet den 444 Bewohnern seit 50 Jahren Aus- und Weitblick.

Die Tische im Garagenhof sind mit roten Tischdecken und frischen Blumen geschmückt, die Gäste stoßen mit Sekt oder Saft auf das Geburtstagskind an, und als Dr. Matthias Rasch, Geschäftsführer der städtischen Grundstücksgesellschaft „Trave“ eine Nusstorte mit dem Bild des Hauses anschneidet, greifen sie beherzt zu und beginnen miteinander zu plaudern. Längst nicht alle Bewohner sind der Einladung gefolgt. Viele stehen lieber im Laubengang vor ihren Haustüren und schauen auf das Geschehen hinab.

Hinabschauen kann man gut aus dem Haus mit seinen 14 Etagen, vor allem aber kann man weit schauen. Selbst Anke Raddatz (55), die „nur“ in der vierten Etage wohnt, bestätigt das: „Ich kann bis nach Moisling gucken und den Sonnenuntergang bewundern“, sagt sie. Erst Anfang Februar ist sie ins Karavellen-Hochhaus gezogen, und schon jetzt weiß sie: „Ich möchte hier nicht mehr weg.“ Auch Ingrid Dohrmann (80), die in der 13. Etage wohnt, wird nicht mehr wegziehen – obwohl sie im Karavellen-Hochhaus gute und schlechte Zeiten erlebt hat: „Damals, als ich hier einzog, mussten meine Kinder die Möbel die Treppen hochschleppen, weil der Aufzug viel zu klein war“, erzählt sie. Das war, bevor die „Trave“ das Hochhaus von der Neuen Heimat übernahm und einiges veränderte.

Unumwunden räumt „Trave“-Chef Rasch ein, dass es in den 90er Jahren mehrere Brandstiftungen im Hochhaus gab und dass es keinen guten Ruf genoss. 6,5 Millionen Mark investierte man in eine erste Modernisierung, 2007 kamen weitere hinzu. Inzwischen wurden die Eingangsbereiche umgestaltet, ein Hauswartbüro, das Büro „Soziale Stadt“ und ein Nachbarschafts-Treff sorgen dafür, dass die Bewohner des Karavellen-Hochhauses sich wohler fühlen. Für noch mehr Sicherheit sorgt die Polizeistation Buntekuh, die vor zwei Jahren ins Haus einzog. „Es ist ein angenehmes Arbeiten“, sagt Stationsleiter Helge Westphal, und manchmal kämen die Bewohner auf einen kleinen Klönschnack vorbei.

Und auch wenn die Bewohner hier und da Verbesserungs-Bedarf sehen: Die aktuelle Leerstandsquote liegt bei nur zwei bis drei Prozent. Vor 15 Jahren waren es noch 20 Prozent. Für wen das Hochhaus mit seinen Klein- und Kleinstwohnungen seinerzeit gebaut wurde, weiß Matthias Rasch bis heute nicht. Überraschung zum 50. Geburtstag: Rasch kündigte an, dass die Fassade mit den Laubengängen nächstes Jahr frisch gestrichen wird – in einer farbigen Variante, die im Nachbarschafts-Treff ebenso zu bewundern ist wie Fotos aus den vergangenen 50 Jahren.

Haus der Singles

420 Wohnungen, teilweise zu Gewerbeeinheiten zusammengelegt, enthält das Hochhaus. 409 davon werden als Wohnungen genutzt, 444 Menschen leben aktuell hier.

Bauherr ist die Neue Heimat, die das Hochhaus für zehn Millionen Mark errichtet.

1988 übernimmt die Städtische Grundstücksgesellschaft „Trave“ das Hochhaus und andere Gebäude im Stadtteil Buntekuh.

Die Gesamtwohnfläche beträgt 16514 Quadratmeter, die Wohnungen sind im Schnitt 38 Quadratmeter groß. Kurios: Neben Ein- und Eineinhalbzimmer-Wohnungen gibt es auch welche mit einem Zimmer und zwei halben.

Sabine Risch

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