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Lübeck Feierliche Vereidigung: 500 Bundespolizisten starteten in ihre Ausbildung
Lokales Lübeck Feierliche Vereidigung: 500 Bundespolizisten starteten in ihre Ausbildung
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22:41 23.09.2016
Auf dem Lübecker Markt am Rathaus sind am Freitagvormittag mehr als 500 angehende Bundespolizisten vereidigt worden. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Karina Bruchmeier aus Hausham in Bayern hat Tränen in den Augen. Gemeinsam mit rund 1800 anderen Familienangehörigen, Freunden und einigen neugierigen Bürgern wartet sie gestern Vormittag auf dem Markt auf den Einmarsch von 532 angehenden Bundespolizisten. Bruchmeiers Tochter Kassandra (18) gehört zu diesem 73. Studienjahrgang und wird gestern gemeinsam mit ihren Ausbildungskollegen feierlich vereidigt. „Ich bin stolz, aber sie wird erst an Weihnachten das nächste Mal nach Hause kommen“, erzählt ihre Mutter bewegt.

 

„Ich war immer schon fasziniert von Polizisten.“Lisa Breuer (19) aus Winringen

Pünktlich um 11.30 Uhr marschieren die uniformierten Anwärter auf den Markt, nehmen Aufstellung und lauschen Festreden, Grußworten und der Musik des Bundespolizeiorchesters. Rund eine Stunde stehen die 144 Frauen und 388 Männer aus ganz Deutschland in der Herbstsonne. Als die offizielle Vereidigungszeremonie näher rückt, zücken Eltern, Freunde und Partner ihre Smartphones. „Unsere Tochter Ines steht dort auch“, sagt Lutz Günther (52), der zusammen mit seiner Frau Karin (47) aus der Nähe von Marburg angereist ist, um dieses Ereignis mitzuerleben. „Sie ist die erste Polizistin in der Familie“, erzählt der Vater. Gereizt hätte ihre Tochter die Sicherheit des Berufs auf der einen Seite – und ein wenig Abenteuerlust auf der anderen. „Sie hatte auch eine Zusage von der Landespolizei in Hessen, aber Ines hat sich hierfür entschieden“, erzählt Mutter Karin Günther.

Tatsächlich erfreut sich die „Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Bundespolizei“ – wie sie offiziell heißt – in diesem Jahr großer Beliebtheit. „Etwa 8000 Bewerbungen haben wir bekommen, und das ist der bisher größte Jahrgang überhaupt“, berichtet Polizeihauptkommissar und Studiengruppenleiter Holger Wins (53). Sonst würden meist nur um die 200 bis 300 Anwärter den Einstellungstest bestehen und angenommen werden.

Die ersten Wochen ihrer Ausbildung haben die jungen Menschen jetzt bereits überstanden. „Einsatztraining, rechtliche Grundlagen und Waffenunterricht wurden schon erteilt“, berichtet Wins. Nach Weihnachten ginge es dann zum Verwaltungsstudium und anschließend in verschiedene Praktika – zum Beispiel in die Bereiche Bahn, Luft und Grenzen.

Lisa Breuer weiß bereits, welcher Einsatzbereich für sie der richtige wäre: Sie möchte am liebsten ganz hoch hinaus zur Hubschrauberstaffel. „Schon als Kind war ich fasziniert von Polizisten“, erzählt die 19-Jährige aus Winringen in Rheinland-Pfalz. Für sie sei der Dienst bei der Bundespolizei definitiv eine Berufung. Ähnlich empfindet das Eleni Berndt (20). Sie würde später gern zum Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum (GTAZ) gehen. „Ich denke, in der aktuellen Lage braucht es Menschen, die wirklich hinter diesem Beruf stehen“, so die junge Frau aus Kabelhorst in Ostholstein. Dass die Laufbahnbewerber dies tun, müssen sie von jetzt an in ihrer Ausbildung unter Beweis stellen.

 Luisa Jacobsen

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