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Lübeck Feuerwache 3: Neubau könnte 2014 beginnen
Lokales Lübeck Feuerwache 3: Neubau könnte 2014 beginnen
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22:16 25.09.2013
Die alte Wache 3 in Kücknitz ist in schlechtem Zustand. Quelle: Foto: Lena Schüch

In das Vorhaben, die Feuerwache 3 in Kücknitz neu zu bauen, kommt etwas Bewegung. Ein nun veröffentlichter Bericht listet drei Möglichkeiten auf, das Projekt zu finanzieren.

Darin wird eindeutig dafür plädiert, den 6,5-Millionen-EuroNeubau aus Mitteln des Haushalts zu bestreiten. Den anderen Optionen via Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP) oder über einen Investor werden nicht so große Chancen eingeräumt.

Wegen des „relativ geringen Projektvolumens und des hohen Eigenleistungsanteils der Feuerwehr bei der Instandhaltung und Pflege“ sei das ÖPP-Modell laut Bericht „für einen privaten Investor nicht attraktiv genug“. Die Mietkauf-Variante wiederum zum Beispiel über das Koordinierungsbüro Wirtschaft Lübeck (KWL) ist „wirtschaftlich gesehen unattraktiv“. Zudem sei eine Genehmigung durch das Land angesichts der angespannten Haushaltslage fraglich. „Durch den Mietkaufvertrag würde die Stadt sich über den Betrag der genehmigten Kredite hinaus verpflichten“, heißt es in dem Bericht. Laut Fazit sei die Finanzierung daher „im Rahmen des Investitionsprogramms des städtischen Haushalts unproblematischer und günstiger“.

Der Streit um die neue Feuerwache 3 schwelt seit November 2012. Damals wurde die mehrjährige Investition verschoben. Aus Sicht der Einsatzkräfte ist ein Neubau aber wichtig, da die aktuelle Behausung an der Elbingstraße zu klein und in zu schlechtem Zustand ist. „Das ist nicht länger hinnehmbar“, sagt Andreas Holst, Vorsitzender vom Lübecker Zweig des Berufsverbands Feuerwehr. Außerdem könne die Vorgabe des Brandschutzbedarfsplans von zehn Mann in zehn Minuten nicht überall im Zuständigkeitsbereich eingehalten werden (die LN berichteten). Deshalb soll die neue Station, gleichzeitig Lübecks Gefahrgut-Wache, weiter in Richtung Skandinavienkai umziehen.

„Wir kommen der neuen Wache Stückchen für Stückchen näher“, beurteilt Feuerwehrchef Oliver Bäth das Ergebnis des jüngsten Berichts. „Der Wille zum Neubau ist offenbar da.“ Das Grundstück im Stachelbeerenkamp zwischen Travemünder Landstraße und B-75Zubringer ist schon gekauft. Auch ein Neubau-Entwurf existiert bereits. Die bisherigen Planungskosten belaufen sich auf 211 554 Euro.

Innensenator Bernd Möller (Grüne) ist noch zurückhaltend. „Dieser Wunsch hat bei mir höchste Priorität.“ Bisher sei nicht sicher, ob der Posten auch wirklich im Investitionsplan für 2014 stehen wird. „Es wäre aber im Sinne des Brandschutzes für den Norden Lübecks.“ Klare Worte kommen dagegen vom Berufsfeuerwehr-Personalrat Peter Tengler: „Wir hoffen, dass der Neubau nicht aus dem Investitionsplan gestrichen wird.“ Sowohl Tengler als auch Bäth wünschen sich, „dass die Bürgerschaft zu ihrem Beschluss steht“. Holst vom Berufsverband lehnt zudem weitere Investitionen für den provisorischen Erhalt der alten Wache ab: „Dieses Geld verpufft sinnlos.“

Sollte die neue Feuerwache 3 definitiv im Investitionsplan stehen, wird die Bauzeit drei Jahre betragen. Der Haushalt wird in der Novembersitzung der Bürgerschaft verhandelt. Welches Finanzierungsmodell angewandt wird, interessiert die Retter nicht. „Im Alltag macht das keinen Unterschied“, sagt Bäth. Andreas Holst: „Jede Variante ist für uns in Ordnung, Hauptsache es geht endlich los.“

Wenig Platz
1984 ist die Feuerwache 3 in Betrieb genommen worden. Die Zuständigkeit schließt Travemünde und den Priwall mit ein. 52 Feuerwehrleute arbeiten hier, pro Schicht bis zu zwölf — ausgelegt ist die Wache nur für acht. Auch die Autos haben kaum noch Platz. Demnächst soll ein zweiter Rettungswagen dauerhaft in Kücknitz eingesetzt werden, das Ersatzfahrzeug müsste dann draußen stehen.

Peer Hellerling

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