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Lübeck Feuerwehr-Gutachten: Kritik an geplanten Wachen-Fusionen
Lokales Lübeck Feuerwehr-Gutachten: Kritik an geplanten Wachen-Fusionen
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22:20 02.03.2016

Das Feuerwehr-Gutachten der Luelf &Rinke Sicherheitsberatung bringt Unruhe in die Lübecker Retterszene. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass die Hansestadt vor allem auf die Schlutuper Wache der Berufsfeuerwehr verzichten kann. Dieses Modell sei „unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten“ zu empfehlen. Einzig das Löschboot rechtfertige momentan die Existenz. Darüber hinaus reichen 15 statt der aktuell 22 Freiwilligen Feuerwehren.

Unter anderem sollen Groß Steinrade, Schönböcken und Padelügge/Buntekuh zusammengehen. Auch Niendorf bliebe nicht verschont: „Dass wir irgendwann einmal fusionieren könnten, beschäftigt uns seit Jahren“, sagt Wehrführer Thomas Zorn. Auf Vorschlag der Experten soll seine Wache mit Moorgarten zusammengehen. Zorn bezweifelt die Richtigkeit: „Feuerwehren sind auch ein wichtiger Identifikationsfaktor.“

Ferner ist zu hören, es werde zu einseitig auf den Brandschutz geschielt. „Wir leisten auch viel Jugendarbeit“, heißt es aus Wehrführer-Kreisen. Das Gutachten berücksichtige zudem nur die räumliche Nähe. Kücknitz bekommt zum Beispiel derzeit ein neues Gerätehaus. Ob das groß genug ist, sollte die Wehr mit Dummersdorf zusammengehen, ist fraglich. Moisling könne mit Genin fusionieren. „Wir warten die Reaktionen aus der Politik ab und werden dann weitersehen“, sagt Moislings Wehrführer Sven Klempau.

„Es muss schon sehr gute Gründe geben, dass wir zustimmen“, sagt Hans-Jürgen Martens von den Linken. „Mir fallen aber keine ein.“ FDP-Fraktionschef Thomas Rathcke: „Wir nehmen das Gutachten nicht als gegeben hin.“ SPD-Sicherheitsexperte Frank Zahn will „die Erläuterungen der Gutachter, Stadt und Feuerwehr abwarten“. Sein CDU-Kollege Jochen Mauritz verlangt das Aufschlüsseln der Kosten von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr. Die Stadt will „aktuell keine Stellungnahme“ abgeben und verweist darauf, dass „eine entsprechende Vorlage für die politischen Gremien“ vorbereitet werde.

Laut Mauritz sei das Gutachten aber nicht endgültig. „Es gibt viele Fragen um Wache 4.“ So sei weder der dortige Rettungswagen noch ein neuer Liegeplatz für das Löschboot berücksichtigt worden. Dass jedoch vieles kommen könnte, schätzt Zahn: „Das Gutachten hat definitiv orientierende Wirkung.“

LN

Von Peer Hellerling

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