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Lübeck Filmdreh am Strand: Das Wetter hatte die Hauptrolle
Lokales Lübeck Filmdreh am Strand: Das Wetter hatte die Hauptrolle
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14:49 11.09.2013
"Morden im Norden" wurde am verregneten Travemünder Strand gedreht. Quelle: LN

Nein, als ein Nordlicht fühle er sich trotz vieler Dreharbeiten an der Ostsee noch nicht. „Aber schön ist es hier.“ Womit der Schauspieler Sven Martinek, der in der Krimiserie „Morden im Norden“ den Kommissar Finn Kiesewetter spielt, ganz sicher nicht das Wetter am Strand meint. Bereits früh am Morgen haben die Dreharbeiten begonnen — im Regen.

Die Aufnahmeleitung spricht von „schwierigen Drehbedingungen“. Kameras, Kabel und Mikros müssen vor der Nässe geschützt werden. Trotzdem werden die Szenen am Set durchgezogen. Schauspieler und Filmleute haben sich wasserdicht gekleidet. Erst beim Filmen legen die Darsteller ihre Regenmäntel- und Schirme ab. Maskenbildner und das Team für die Kostüme sind damit beschäftigt, Regentropfen von der Kleidung der Hauptdarsteller zu föhnen. Denn die bereits abgedrehten Szenen vor und nach der Station an der Ostsee wurden bei Sonnenschein aufgenommen. Der Regen darf also nicht zu sehen sein.

Angerückt ist das 35-köpfige TV-Team mit sechs Sprintern, zwei 7,5-Tonnern und einem eigenen Stromaggregat. Zehn Komparsen, Polizisten und Spaziergänger vermitteln die passende Atmosphäre, als direkt hinter der Badestelle Mövenstein eine Frauenleiche gefunden wird. Und darum geht es beim Auftakt für acht neue Folgen von „Heiter bis tödlich — Morden im Norden“. Hauptkommissar Finn Kiesewetter und seine Kollegen müssen umziehen: Es geht zur Wasserschutzpolizei an die Trave. Auch im Privaten ändert sich bei Kiesewetter einiges. Sein geliebtes Häuschen am Brodtener Ufer muss er räumen, weil es abzustürzen droht. Auch seine Beziehung zur attraktiven Staatsanwältin Elke Rasmussen geht in die Brüche. Also stürzt er sich kopfüber in die Arbeit. Und die kommt: Die 19-jährige Coco wird tot am Strand gefunden. Die Ermittler vermuten eine Methanol-Vergiftung, denn der Alkohol, den die Jugendliche zu sich genommen hat, war selbst gebrannt. Wer hatte ein Interesse an ihrem Tod? Es gibt mehrere Verdächtige.

Zurück zum Dreh: So mies das Wetter, so locker ist die Stimmung. „Ohne Humor läuft hier nichts“, sagt Set-Aufnahmeleiter Florian Bothe. In der Pause rücken die Darsteller an der mobilen Küche von Joachim Bähres „Hollyfood‘s“ auf dem Parkplatz am Mövenstein eng zusammen, tauschen Regenschirme gegen Teller mit Tafelspitz und Gemüse. Auch die Komparsin Katja Wolfframm aus Lübeck — sie spielt eine Spaziergängerin — gönnt sich ein warmes Tellergericht und sucht sich einen trockenen Unterschlupf. Später wird sie vor allem eines tun: Am rot-weißen Absperrband am Strand auf ihre kurzen Einsätze warten. Denn die Regie lässt einzelne Szenen immer wieder drehen. Bis alles sitzt. Nur nicht das Wetter.

Krimischauplatz Lübeck
Heiter bis tödlich — Morden im Norden“ ist eine Vorabendserie, die seit Februar 2012 in der ARD läuft. Bislang wurden 32 Folgen, die in Lübeck spielen, im Ersten ausgestrahlt. Regie führen Holger Schmidt, Holger Barthel und Torsten Wacker. Bei dem Dreh an der Ostsee ist Sven Martinek in der Rolle des Kommissars Finn Kiesewetter zu sehen. Marie-Luise Schramm ist Kommissarin Sandra Schwartenbeck, und Ingo Naujoks mimt den Kriminaldirektor Lars Englen. Wann die aktuell gedrehte Episode ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest.

Rüdiger Jacob

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