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Lübeck Fische, Drucke und Motive aus Muscheln
Lokales Lübeck Fische, Drucke und Motive aus Muscheln
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20:16 12.03.2016
Regine Kasper (Mitte) erklärt Uwe (l.) und Rosemarie Steiner, wie ihre Bilder entstehen. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Silberne Fische auf grauem Grund, parallel nebeneinander angeordnet und mit kühnen Strichen mit einem Spachtel auf die Leinwand gebracht, recken vorwitzig ihre kleinen Köpfe nach oben und scheinen nach Luft zu schnappen. Auf dem großformatigen Bild von Ninette Mathiessen hat sich ein ganzer Schwarm Heringe versammelt. Es ist eines der Bilder, die die Travemünder Künstlerin mit auf die „HanseArt“ genommen hat. Auf der Kunstmesse, die auch heute zwischen 11 und 18 Uhr in der MuK stattfindet, stellen 60 Künstler aus 20 Nationen rund 1000 Exponate aus. Hier darf man nicht nur gucken, sondern auch kaufen.

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Auf der Kunstmesse „HanseArt“ in der MuK findet man ganz unterschiedliche Werke — 60 Künstler und Galerien stellen hier aus — Einige von ihnen kommen aus der Hansestadt und genießen das Heimspiel.

Historie

50000 Besucher haben die Messe in den letzten zehn Jahren insgesamt besucht. Mehr als 1100 Aussteller aus 40 Nationen haben seitdem 20000 Werke angeboten. Seit drei Jahren findet die Messe in der MuK-Rotunde statt.

Ninette Mathiessen ist schon das vierte Mal bei dieser besonderen Kunstmesse dabei. Sie genießt das Heimspiel — besonders, dass sie im eigenen Bett schlafen kann. „Es sind tolle Künstler hier, die Atmosphäre ist besonders, und mit Thomas Roth hat die Kunstmesse einen fantastischen Veranstalter“, freut sich Ninette Mathiessen. Auch das Publikum, das die Verkaufsmesse besucht, lobt sie sehr. Es sei bunt gemischt, meint Mathiessen. Auch wenn nicht jeder Kunstfan sofort den Geldbeutel zückt und kauft. „Oft kommen noch Wochen später Leute zu mir ins Atelier und sagen, sie hätten meine Bilder auf der Messe gesehen und möchten jetzt doch etwas erwerben“, erzählt sie.

Ein paar Reihen weiter teilen sich die Kielerin Barbara Hirsekorn und Beate Schaefer einen Stand. Während Hirsekorns großformatige Aquarell-Stadtansichten förmlich von den Wänden leuchten, sind Beate Schaefers Werke eher zurückhaltend. Die Neu-Lübeckerin, die nebenbei auch noch Bücher schreibt, lebt und arbeitet erst seit einem Jahr in der Hansestadt. Ihre Spezialität sind Drucktechniken wie Kaltnadelradierungen. Sie fotografiert mit Leidenschaft alte Fußböden und Wände, die Macken und Kratzer haben. Diese Motive überträgt sie dann auf ihre Druckplatten. „Ich mag die Spuren, die hinterlassen wurden.“ Sie stellt das erste Mal bei der „HanseArt“ aus. „Ich wollte einfach mal sehen, was hier so passiert“, sagt Schaefer.

Auch Regine Kasper ist Teil der Kunstmesse. Die Timmendorferin, die in dem Ostseebad auch ein Kunsthotel betreibt und dort Malunterricht gibt, experimentiert gerne mit Materialien aus der Natur.

„Alles Fundstücke vom Strand“, sagt sie. Sie färbt ihre großformatigen Leinwände mit Asche oder Kaffee oder streut Rost über die Farbe. Zusätzlich verarbeitet sie Steine, Muscheln oder Sand, die dem Werk so eine besondere Struktur geben. „Viele mögen gerade das Haptische sehr“, sagt Kasper. Ob sie Bilder verkauft, ist für die Künstlerin zweitrangig. „Es geht mir darum, Beziehungen zu knüpfen, andere Künstler kennenzulernen und den Norden zu repräsentieren“, sagt sie.

Vor dem Stand stehen Uwe und Rosemarie Steiner und lassen sich genau erklären, wie die Werke entstanden sind. Das Ehepaar ist aus Schneverdingen in der Lüneburger Heide angereist, um auf die „HanseArt“ zu gehen, denn Uwe Steiner ist selbst Hobbymaler. „Meine Kunstlehrerin stellt hier mit aus“, sagt er. Zusätzlich erhofft er, neue Inspirationen und Anregungen zu finden. „Malen ist für mich Entspannung. Das hält jung im Kopf.“

Von Majka Gerke

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