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Lübeck Fischereihafen-Parkplatz: Keiner hat ihn so richtig lieb
Lokales Lübeck Fischereihafen-Parkplatz: Keiner hat ihn so richtig lieb
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10:07 11.08.2018
Gähnende Leere: der neue Fischereihafen-Parkplatz an einem normalen Wochentag in der Saison.  Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Von der Länge her könnte ein Kleinflugzeug auf ihm landen. Platz genug links und rechts wäre auch, denn auf dem Areal an der Travemünder Landstraße herrscht meist gähnende Leere, an normalen Wochentagen und auch am Wochenende. Die Großparkplätze am Baggersand sowie am Leuchtenfeld und am Godewindpark in Strandnähe sind oft überfüllt. Doch niemand weicht auf den neuen Fischereihafen-Parkplatz aus. Er wurde von Urlaubern, Tagestouristen und Einheimischen offenbar noch nicht entdeckt. Bis zu 400 Fahrzeuge könnten dort stehen, zudem 50 Wohnmobile. Zumindest einige Camper logieren mittlerweile auf dem Areal – gezwungenermaßen – , weil ihr Stammplatz direkt am Hafen im Zuge der Baumaßnahmen für ein neues Travemünder Wohnquartier weggefallen ist. Parkautomaten und Versorgungsanschlüsse fehlen allerdings noch oder sind nicht aktiviert.

Es war wie jedes Jahr bei der Travemünder Woche: die Großparkplätze dicht und die Wohngebiete zugeparkt. Nur eine Fläche blieb weitestgehend unbesetzt: der neue Fischereihafen- Parkplatz. Ist er zu weit entfernt vom Zentrum oder einfach nur schwer zu finden?

„Hier ist alles neu und gepflegt. Rolf Mannfeld,

Urlauber

Dass der Großparkplatz bisher kaum genutzt wird, liegt sicherlich zum einen daran, dass das Areal am Baggersand noch zur Verfügung steht. Ein weiterer Grund könnte sein, dass die dynamische Anzeigetafel, die die freien Parkplätze im Stadtgebiet anzeigt, für das Areal am Fischereihafen noch nicht aktiviert ist. Jedenfalls steht die Anzeige für den Hafen auf der Tafel am Gneversdorfer Weg auf Null. Logisch, dass aufgrund dieses Hinweises kein ortsunkundiger Autofahrer den Platz ansteuert.

Über den neuen Parkplatz gehen die Meinungen auseinander. Wolfgang Gärtner (68) kommt seit 15 Jahren mit dem Wohnmobil aus seinem Heimatort Lippe für mehrere Wochen nach Travemünde. „Ich habe immer am Fischereihafen gestanden, mit direktem Blick auf das Wasser. Das ist nun leider vorbei. Jetzt bin ich hier und so weit weg“, zeigt er sich wenig begeistert. „Warum haben die keinen anderen Platz am Hafen gefunden?“, fragt der Rentner und schimpft: „Da kommen die Großen, bauen ihre Wohnungen, und die Kleinen müssen weichen.“ In Travemünde Urlaub machen will er trotzdem weiterhin.

Nahezu begeistert vom neuen Großparkplatz ist dagegen Rolf Mannfeld. Der 83-Jährige aus Mettmann, der seit vielen Jahren im lübschen Seebad Urlaub macht, stellt sein Auto zum Stadtbummel lieber am Fischereihafen als auf dem Leuchtenfeld ab. „Hier ist alles neu und gepflegt, dahinten liegt nur Schotter, auf dem man sich die Reifen kaputtfährt“, sagt er. Die paar Schritte mehr zum Ortszentrum nimmt er gern in Kauf. „Die Leute wollen am liebsten direkt vor den Laden fahren, das geht natürlich nicht immer.“

Der Wohnmobil-Bereich, auf dem bis zu 50 Fahrzeuge Platz finden, wird vom Kurbetrieb Travemünde unterhalten. „Wir sind noch nicht ganz fertig und werden den Platz jetzt sperren, um Automaten und Anschlüsse aufzustellen“, sagt die stellvertretende Kurdirektorin Heike Blankenburg. Camper müssten bis zum Herbst auf den Kowitzberg ausweichen. Für die Bewirtschaftung des Fischereihafen-Parkplatzes ist das Koordinierungsbüro Wirtschaftsförderung Lübeck (KWL) zuständig. „Das Parkleitsystem wird in den nächsten Wochen installiert“, kündigt KWL-Mitarbeiterin Birgit Mohr an. Der Parkplatz Baggersand mit seinen 350 Stellflächen soll Ende August aufgelöst werden. „Mit Anzeigen und Werbung werden wir aber leider nicht verhindern, dass bei Großveranstaltungen weiterhin in den Wohngebieten geparkt wird. Die Besucher wollen möglichst direkt an die Wurstbuden heranfahren“, so Mohr.

Thomas Krohn

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