Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Flucht vor dem Stau: Lübecker steigen auf Fahrräder um
Lokales Lübeck Flucht vor dem Stau: Lübecker steigen auf Fahrräder um
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:13 28.04.2016
Fahrräder sind ihr Leben: Ehrenobermeister Klaus Fischer (l.) und Obermeister Frank Drescher. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Wie viele Lübecker täglich aufs Rad steigen, ist nicht bekannt — aber es sind Tausende. Sie alle haben zwei Dinge gemein: Sie wollen etwas für ihre Gesundheit tun und sie wollen nicht im Stau stecken.

Die Lübecker Mechaniker-Innung, Repräsentantin für 21 Unternehmen, die Zweiräder (Fahrräder und Motorräder) verkaufen, warten und reparieren, ist zufrieden. Der neue Obermeister Frank Drescher (Laufrad Lübeck GmbH) und Ehrenobermeister Klaus Fischer (Zweirad-Wöltjen) äußerten sich im Gespräch mit den LN über die Lage ihrer Branche in Lübeck. Die jährlichen Zuwachsraten beim Verkauf von „normalen“ Fahrrädern liegen bei drei Prozent, bei den sogenannten Pedelecs schießen sie sogar durch die Decke. Denn die Steigerungsraten bei den Verkaufszahlen dieser Räder, die den Radler beim in die Pedale treten mit einem Elektromotor Entlastung gewähren, liegen pro Jahr bei rund 20 Prozent.

Die Liebe der Lübecker zum Rad — trotz maroder Radwege, angsteinflößender Kreisverkehre und zahlreicher Diebe — überraschen Drescher und Fischer nicht. Autofahrer, die im Stau stecken und dort immer wieder erleben, „wie Radfahrer an ihnen vorbeifahren“, würden immer häufiger die Entscheidung treffen, das Verkehrsmittel zu wechseln.

Klaus Fischer sieht mit seiner fast 50-jährigen Berufserfahrung einen Zeiten- und Wertewandel. In den 1960er-Jahren habe man ein Fahrrad fürs Leben zur Konfirmation bekommen. Heute würden sich die Leute alle vier Jahre ein neues Rad kaufen. Früher hätten sich junge Leute ein Moped gewünscht („Fahrräder waren verpönt“), heute seien Fahrräder beliebt wie nie zuvor.

Und sie entwickeln sich zu Ganzjahresfahrzeugen. Fischer erinnert sich, dass er vor Jahrzehnten in der kalten Jahreszeit Nähmaschinen repariert hat, weil Fahrradmechaniker Winterpause hatten: „Heute fahren 60 Prozent der Radfahrer bei Wind und Wetter das ganze Jahr über.“ Folge: Die Werkstätten haben „das ganze Jahr über gut zu tun“, so Drescher. Jetzt im Frühjahr gibt es bei Fahrradreparaturen „Wartezeiten von bis zu 14 Tagen“, weil so viele wieder in die Pedale treten wollen. Die Fahrrad-Mechaniker werden mit Arbeit überschüttet. „Manchmal schraube ich bis 23 Uhr,“ erzählt Drescher und lacht. Fahrräder sind sein Leben.

Hochspezialisierte Ausbildungsberufe

stecken heutzutage voller Technik. Das Spektrum ist riesig. Es gibt E-Bikes, komplexe elektronische Schaltungen, komplizierte Bremsen. Das Berufsbild in den Werkstätten hat sich stark gewandelt. Unerlässlich ist hohes technisches Verständnis und Wissen. Als getrennte Ausbildungsberufe gibt es den Zweirad-Mechatroniker (Fachbereich Fahrrad) und den Zweirad-Mechatroniker (Fachbereich Motorrad) mit jeweils dreieinhalbjähriger Lehrzeit. Zwei Jahre dauert die Ausbildung zum Fahrrad-Monteur.

Von Torsten Teichmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Acht Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Dienstagabend zum 30. Jahrestag an die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl erinnert. Mit einem Schweigemarsch vom Lübecker Greenpeace-Standort zum Holstentor wollten sie „das Bewusstsein an den GAU hochhalten“, sagte Ingo Schaarschmidt von Greenpeace Lübeck.

28.04.2016

Zirkus Salino gastiert bis Sonntag in Travemünde.

27.04.2016

Veranstaltungsreihe informiert Schutzsuchende und Betreuer.

27.04.2016
Anzeige