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Lübeck Flüchtlinge und Bornkamper feiern
Lokales Lübeck Flüchtlinge und Bornkamper feiern
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20:45 29.06.2017
Cadia Stolle schminkt den siebenjährigen Mohammed. Quelle: Fotos: Maike Wegner

Die Geschichte zwischen den Flüchtlingen und den Anwohnern im Bornkamp ist schwierig. Gegen die Pläne des Landes, in dem Wohnquartier eine Erstaufnahme für 600 Neuankömmlinge zu bauen, hatten die Anwohner protestiert. Mit Erfolg. Am Ende wurde ein Containerdorf für 224 Flüchtlinge am Schärenweg aufgebaut. Die Bornkamper versprachen, ein Vorbild beim Thema Integration zu sein.

Gemeindediakonie veranstaltet großes Sommerfest, um die Integration zu fördern – Viele Ehrenamtler vor Ort – Weitere Sprachpartner gesucht – Heute wird in St. Lorenz Nord gefeiert.

Beim Stadtteilfest der Gemeindediakonie im Rahmen des Interkulturellen Sommers war von den einstigen Differenzen nicht allzu viel zu spüren. Im Gegenteil: Gemeinsam feierten rund 250 Flüchtlinge, Ehrenamtler und Anwohner rund um das Containerdorf. Die meisten Besucher kannten sich, fast alle helfen ehrenamtlich bei der Flüchtlingsbetreuung. Von den einstigen Gegnern waren wohl nicht viele beim Treffen. Organisator Holger Schwiering war dennoch begeistert. „Das Engagement der Anwohner ist mittlerweile sehr groß“, erzählte er, „an wenigen Standorten erleben wir so viel Einsatzbereitschaft wie hier.“ Sprachpatenschaften, Hausaufgabenbetreuung oder Hilfe bei Behördengängen: Die Unterstützung der Ehrenamtler ist vielfältig. Besonders dankbar sind die kleinen Besucher der Wohnanlage. Sie tobten ausgelassen über das Gelände und umarmten fröhlich die Mädchen des Johanneums, die zwei Stunden die Woche mit ihnen spielen und bei den Hausaufgaben helfen. „Das macht viel Spaß, weil die Kinder so dankbar sind. Sie freuen sich immer, wenn sie einen sehen“, sagte Natalia Lucas (16). Beim Sommerfest malte sie mit ihren Freundinnen Henna-Tattoos und war besonders bei den kleinen Mädchen gefragt.

Der Grill dagegen war in Männerhand. Kostenlos gab es Fleisch, Fladenbrot und jede Menge Salate. „Die Flüchtlinge freuen sich, wenn sie eine Aufgabe haben und grillen können“, erzählte Schwiering mit einem Blick auf die Syrer, die am Schwenkgrill gerade für ein Foto posieren. Nach dem Essen wurde noch gemeinsam gefeiert. Die Tontalente und die Gruppe Euro Kidz traten auf der Bühne auf.

Etwa 160 Flüchtlinge sind in den 56 Wohncontainern untergebracht. Viele der Neuankömmlinge sprechen bereits etwas Deutsch, können sich zumindest verständigen. Doch die meisten suchen dringend Sprachpartner, die ein Mal in der Woche mit ihnen üben.

Helga Reimer und ihr Mann betreuen bereits einen jungen Mann. Sie helfen ihm bei bürokratischen Fragen und festigen die Sprache. „Das könnten aber gern noch mehr Menschen tun. Schade, dass die Flüchtlingsgegner gar nicht erst herkommen, um sich ein Bild zu machen.“ Denn genau das will die Gemeindediakonie mit ihren Festen erreichen. „Das Wohnheim muss in die Gemeinschaft des Stadtteils integriert werden. Nur dann kann Integration klappen“, sagte Schwiering. Im Rahmen des Interkulturellen Sommers gehen die Feste weiter. Heute findet von 15 bis 19 Uhr ein Stadtteilfest an der Flüchtlingsunterkunft in St. Lorenz Nord, Fackenburger Allee 40-42, statt. Am 7. Juli ist ein weiteres Fest in Kücknitz, Festwiesenweg 1-20, geplant.

Das Programm

Swim and Dance im Freibad Schlutup. Freier Eintritt ab 15 Uhr.

Sonnabend, 1. Juli: Fotostadtteilrundgang, Beginn um 10 Uhr am Stadtteilhaus St. Lorenz. Ab 15 Uhr Swim and Dance im Freibad Moisling. Ebenfalls um 15 Uhr beginnt der Workshop „Glasmalerei“ im Kinder- und Jugendkulturhaus Röhre.

Sonntag, 2. Juli: Stadtrallye, Start um 10 Uhr am Brömserhof, Schildstraße 12.

Montag, 3. Juli: 18.30 Uhr, Musikcafé bei den Tontalenten, Meesenring 2.

Dienstag, 4. Juli: 16 Uhr, Frauen-Musik-Treff bei den Tontalenten.

Maike Wegner

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