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Lübeck Flughafen: 65 Millionen Euro Steuergelder sind geflossen
Lokales Lübeck Flughafen: 65 Millionen Euro Steuergelder sind geflossen
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10:58 14.04.2016
Wizz Airs Abflug: Morgen startet die letzte Maschine des Billigfliegers in Blankensee. Quelle: Fotos: Neelsen, Maxwitat
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Lübeck

Das macht pro Jahr knapp 3,5 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen 126 Millionen Euro, die seit 1997 in die heimische Wirtschaft geflossen sind, weil Touristen mit dem Flieger nach Lübeck gekommen sind. Das sind knapp sieben Millionen Euro pro Jahr, also doppelt so viel. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Papier hervor, das Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) erstellt hat und den LN vorliegt. Grüne und CDU hatten entsprechende Fragen während der Sondersitzung des Hauptausschusses zum Flughafen gestellt.

Im Detail: Von den 65,8 Millionen Euro hat die Stadt 57,2 Millionen Euro gezahlt, das Land hat 8,6 Millionen Euro übernommen. Der größte Batzen der Flughafen-Millionen geht für Darlehen und Verluste drauf. Fast 33,6 Millionen Euro sind geflossen, um die Verluste des Airports auszugleichen, Gesellschafterdarlehen samt Zinsen zu bezahlen und die Investitionen vor 2005 zu begleichen. Weitere 25,6 Millionen Euro hat die Stadt an den privaten Betreiber Infratil aus Neuseeland überwiesen. Der hatte die Lust am Airport verloren, 2009 das Handtuch geworfen und den Kaufpreis samt der aufgelaufenen Verluste von der Stadt erstattet bekommen. 3,5 Millionen Euro hat die Stadt für Instrumentenlandesystem und Entwässerung ausgegeben. Drei Millionen Euro haben Rechtsanwälte und Berater am Flughafen verdient — vor allem an EU-Verfahren gegen den Airport.

Mittlerweile haben sich drei private Betreiber an Blankensee versucht. Infratil ist ausgestiegen und hat alles Geld von der Stadt zurückbekommen. Die beiden anderen Betreiber mussten Insolvenz anmelden. Beide Male hatten die Betreiber Rechnungen der Stadt nicht bezahlt. Bei der Insolvenz der Yasmina sind 320000 Euro offen geblieben — sowie 100000 Euro bei den Stadtwerken. Bei der Pleite von PuRen hat die Stadt Forderungen in Höhe von 230 000 Euro und die Stadtwerke von 960 Euro. jvz

LN

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