Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Flughafen: Investorensuche verlängert

Lübeck Flughafen: Investorensuche verlängert

Insolvenzverwalter will bis Januar fündig geworden sein. Um den Airport „verkaufsfähig“ zu machen, müssen 20 Mitarbeiter gehen.

Lübeck. Insolvenzverwalter Klaus Pannen erbittet sich mehr Zeit, um den Lübecker Airport zu verkaufen. Er hat jetzt entschieden, den Flugbetrieb erstmal auch im Januar fortzuführen. Zuletzt hatte Pannen die Frist schon um einen Monat bis zum Jahresende 2015 verlängert, nun kommen noch einmal 31 Tage hinzu. „Die Entscheidung fiel aus Sicherheitsgründen“, sagt Pannen gegenüber den LN. Es habe nichts damit zu tun, dass kein Investor gefunden werden könne. Vielmehr liege es am bevorstehenden Weihnachtsfest. In zwei Wochen ist Heiligabend, da könnte die Zeit knapp werden.

Denn: „Wir führen zwar Gespräche“, sagt Pannen, „aber die sind nicht leicht.“ Dennoch strebt der Insolvenzverwalter weiterhin an, die entscheidenden Verhandlungen „noch im Dezember“ abschließen zu können. Der Januar 2016 sei hingegen bloß eine vorsorgliche Option, die zusätzlich dazu beitragen soll, ein „langfristiges Überleben des Flughafens zu sichern“, so Pannen. Zuletzt seien laut Insolvenzverwalter nur noch vier Investoren im Rennen gewesen, doch gestern habe sich die Zahl wieder auf fünf erhöht. Wer sich um den Flughafen in Blankensee ein Bieterrennen liefert, will Pannen allerdings weiterhin nicht beantworten. Nur so viel: Vier Investoren wollen den Airport als Verkehrsflughafen erhalten, der Fünfte möchte ihn lediglich als Landeplatz weiterbetreiben. Zwei Flughafen-Bewerber wollen den Airport kaufen, ebenso der Landeplatz-Interessent. Der Vierte plane den Flughafen zu pachten, der Fünfte überlege noch, so Pannen weiter.

Allerdings ist der angestrebte Investoren-Wechsel mit weiteren Einschnitten für die Belegschaft verbunden. Die Zahl der Mitarbeiter werde laut Pannen in Absprache mit dem Betriebsrat um ein Viertel reduziert — von derzeit 75 auf etwas mehr als 50 Angestellte. Pannen: „Das muss sein, um den Flughafen verkaufsfähig zu machen.“ Der Insolvenzverwalter sei derzeit dabei, auch den bisherigen Betreiber PuRen Germany GmbH zu sanieren — die Gesellschaft hatte am 30. September Insolvenz angemeldet. Der chinesische Investor Yongqiang Chen aus Peking hatte den Flughafen erst 13 Monate zuvor übernommen. Davor war der Airport im Besitz der Yasmina Flughafengesellschaft des Deutsch-Ägypters Mohamad Rady Amar — diese rutschte im April 2014 in die Zahlungsunfähigkeit, weil der Investor untergetaucht war (die LN berichteten).

Weiterhin ungeklärt ist der Streit zwischen der Stadt und PuRen um offene Geldzahlungen. Die Hansestadt verlangt von der Flughafen- Gesellschaft noch 170 000 Euro an ausstehenden Pachtforderungen, der Flughafen wiederum will seinerseits noch 230 000 Euro haben — die Stadt hatte Teile des Geländes an PuRen verpachtet. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) sagte im November gegenüber den LN, der Streit solle nach Möglichkeit außergerichtlich gelöst werden. Diese Auffassung teilt Insolvenzverwalter Klaus Pannen auch heute noch: „Wir diskutieren weiterhin über das Thema.“

Peer Hellerling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Lübecker Flughafen. Für manche wichtiger Wirtschaftsfaktor, für andere ein Finanzdesaster. Machen Sie sich selbst ein Bild! Mit unserer Themenseite erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen - inklusive Zeitreise in die Anfänge der Lübecker Luftfahrt...

Der Lübecker Flughafen. Für manche wichtiger Wirtschaftsfaktor , für andere ein Finanzdesaster . Machen Sie sich selbst ein Bild! Mit unserer Themenseite erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen - inklusive Zeitreise in die Anfänge der Lübecker Luftfahrt ... mehr

Als das rot-rot-grüne Rathausbündnis 2009 beschloss, dem Flughafen keine städtischen Gelder mehr zukommen zu lassen, regte sich Widerstand in Politik und Wirtschaft. Die Lübecker sollten in einem Bürgerentscheid festlegen, ob die Stadt weiter für den Airport zahlt. Hier finden Sie Zahlen und Fakten, interaktiv aufbereitet.

Als das rot-rot-grüne Rathausbündnis 2009 beschloss, dem Flughafen keine städtischen Gelder mehr zukommen zu lassen, regte sich Widerstand in Politik und Wirtschaft. Die Lübecker sollten in einem Bürgerentscheid festlegen, ob die Stadt weiter für den Airport zahlt. Hier finden Sie Zahlen und Fakten, interaktiv aufbereitet. mehr

So haben Sie das Lübecker Stadtparlament noch nie gesehen: Alle Abgeordnete mit Bild, Beruf und Wahlversprechen. Wer sitzt wo? Wie stark sind die einzelnen Stadtteile vertreten? Dazu alle Informationen über Koalitionen, Planspiele und Entscheidungen auf unserer Themenseite.

So haben Sie das Lübecker Stadtparlament noch nie gesehen: Alle Abgeordnete mit Bild, Beruf und Wahlversprechen . Wer sitzt wo? Wie stark sind die einzelnen Stadtteile vertreten? Dazu alle Informationen über Koalitionen, Planspiele und Entscheidungen auf unserer Themenseite. mehr