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Letzter Abflug Wizz Air: Kommt jetzt der Abwrack-Airport?

Lübeck Letzter Abflug Wizz Air: Kommt jetzt der Abwrack-Airport?

Bei der Sondersitzung des Hauptausschusses will der Insolvenzverwalter über die beiden Interessenten berichten — Sie wollen einen Neustart auch ohne den ungarischen Billigflieger.

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Wenn Wizz Air den Flughafen verlässt, könnten am Airport ausgemusterte Flugzeuge recycelt werden.

Quelle: Fotos: Lutz Roeßler

Lübeck. Großes Rätselraten: Es gibt zwei Interessenten, die den insolventen Flughafen kaufen wollen. Über die informiert Insolvenzverwalter Klaus Pannen die Politiker — während einer Sondersitzung des Hauptausschusses. Der tagt am Donnerstag, 16 Uhr, im Roten Saal des Rathauses — und nicht wie üblich am Dienstag. Die Politiker werden hinter verschlossenen Türen zusammensitzen — ohne die Öffentlichkeit.

 

LN-Bild

„„Das ist nicht das Ende des Flughafens.“ Insolvenzverwalter Klaus Pannen

Quelle:
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„„Das ist nicht das Ende des Flughafens.“ Insolvenzverwalter Klaus Pannen

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„„Das ist nicht das Ende des Flughafens.“ Insolvenzverwalter Klaus Pannen

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„„Das ist nicht das Ende des Flughafens.“ Insolvenzverwalter Klaus Pannen

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Jetzt hat die Sitzung noch einmal an Brisanz gewonnen: Denn Wizz Air verlässt als letzte Fluggesellschaft den Flughafen. Ab 17. April werden die Maschinen des ungarischen Billigfliegers in Hamburg abheben. „Das ist nicht das Ende des Flughafens“, sagt aber Insolvenzverwalter Klaus Pannen. Denn bei den beiden Interessenten für den Airport „habe das Engagement von Wizz Air keine Rolle gespielt“, so Pannen. Bislang ist wenig über die potenziellen Eigentümer bekannt. Jetzt sickern Informationen durch.

Nach LN-Informationen will einer der Interessenten in Blankensee einen Abwrack-Airport betreiben. Er würde direkt angrenzende Gewerbeflächen erwerben wollen, um dort alte Maschinen außer Dienst zu stellen. Und er braucht einen direkten Zugang zu einem Flughafen. In Lübeck könnte der Interessent gleich den gesamten Airport kaufen — und es gibt den benachbarten Airport Business Park. Die Finanzierung soll aber noch nicht stehen. Flugzeug-Recycling ist derzeit noch ein Nischenmarkt, aber in den nächsten 20 Jahren werden weltweit 12000 Flugzeuge das Rentenalter erreichen und müssen dann entsorgt werden, heißt es in einem Fachblatt. Daher könnte diese Geschäftsidee eine Zukunft haben. Interessent Nummer zwei ist ein Unternehmer aus der Region. Er soll über das nötige Geld verfügen, um einen Airport betreiben zu können. Doch er gibt wohl noch kein konkretes Konzept für den Betrieb.

Die Zeit drängt sehr: Nach dem Ausstieg von Wizz Air hat sich der Druck noch einmal erhöht. Denn durch den Weggang des ungarischen Billigfliegers fehlt ab Mitte April eine Einnahmequelle für den Flughafen. Mittlerweile arbeiten nur noch 50 Leute am Flughafen — von einst 75 Beschäftigten. Zudem: Pannen hat die Frist für den Airport-Verkauf bereits vier Mal verlängert. Zuletzt erklärte er, dass der Betrieb in Blankensee bis Ende dieses Monats gesichert ist.

Am 30. September 2015 musste der Flughafen beim Amtsgericht Insolvenz anmelden, weil der dritte private Investor den Geldhahn zugedreht hatte. Der chinesische Investor Yongqiang Chen war erst im August 2014 eingestiegen — und hatte den Flughafen selbst aus der Insolvenzmasse gekauft. Damals war auch Pannen der Insolvenzverwalter. Denn im April war der Airport-Betreiber Mohamad Rady Amar spurlos verschwunden. Der hatte den Airport am 1. Januar 2013 von der Stadt übernommen. Die wollte ihn dringend loswerden, weil der Flughafen jährlich sechs Millionen Euro Verluste einfuhr. Die Stadt hatte den Airport zwangsweise von dem neuseeländischen Unternehmen Infratil zurücknehmen müssen, weil das keine Lust mehr auf den Airport hatte. Der Vertrag zwischen Stadt und Infratil hatte eine Rückgabeklausel für die Neuseeländer enthalten. Sie waren 2005 eingestiegen — als erster privater Investor.

Von Josephine von Zastrow

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