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Segelflieger: Politiker erwägen Klage gegen PuRen

Lübeck Segelflieger: Politiker erwägen Klage gegen PuRen

SPD, Grüne und Linke wollen die Zukunft des Aero Clubs am Airport notfalls juristisch klären. Kritik kommt von CDU und FDP.

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Nur noch 46 Tage sind die Segelflieger offiziell am Flughafen zu Hause, sollte sich der Eigentümer PuRen nicht noch umentscheiden. SPD, Grüne und Linke wollen notfalls das Gericht einschalten.

Quelle: dpa

Lübeck. Die deutlichen Worte des SPD-Fraktionsvizes Peter Reinhardt in Richtung chinesischem Flughafenbetreiber PuRen haben neuen Wind in die ungewisse Zukunft der Segelflieger gebracht. Der Sozialdemokrat setzte sich dafür ein, dass der Aero Club auch nach dem 31. März auf dem Airport-Gelände sein Zuhause hat. Daher pochte er auf die Vertragsklausel zwischen Stadt und PuRen, wonach die Interessen der Segelflieger angemessen zu berücksichtigen sind (die LN berichteten). „Ohne Weiteres werden wir den Rauswurf nicht hinnehmen“, sagt Reinhardt. Er will geklärt haben, ob der Passus bloß ein Appell sei oder eine Verpflichtung. Notfalls müsse die Stadt dann auf Einhaltung klagen.

CDU-Fraktionschef Andreas Zander lehnt das ausdrücklich ab. „PuRen ist ein eigenständiges Unternehmen“, sagt er. „Sie werden die Wünsche der Stadt soweit möglich zur Kenntnis nehmen.“ Sollte der Betreiber dennoch zu der Auffassung gelangen, für den Aero Club gebe es keinen Platz mehr, „dann ist das so“. Emotional könne Zander die Aufregung nachvollziehen, allerdings hätten alle eine Privatisierung gewollt. Ähnlicher Auffassung ist FDP-Chef Thomas Rathcke. „Persönlich würde ich einen Verbleib der Segelflieger begrüßen“, sagt er, „jedoch haben wir den Flughafen verkauft — und der Eigentümer kann machen, was er will.“ Airport-Geschäftsführer Markus Matthießen war nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Ragnar Lüttke (Linke) denkt bereits über eine Klage nach. „Die Stadt darf nicht immer klein beigeben.“ Er spricht von der „Unfähigkeit des Bürgermeisters“, dass die Verhandlungen mit dem chinesischen Investor Yongqiang Chen so zum Nachteil des Aero Clubs verlaufen seien. Die Linken wollten damals per Bürgerschaftsbeschluss einen Passus in den Vertrag aufnehmen lassen, der die Segelflieger-Zukunft sichern sollte.

Der Aero Club hat ebenfalls juristische Expertisen in Auftrag gegeben, um das voraussichtliche Ende in 46 Tagen abzuwenden. „Uns wurde eine angemessene Wahrung unserer Interessen zugesichert“, sagt der 2. Vorsitzende Florian Mösch. Die eingeschalteten Juristen werten den Passus nicht als Appell. Ulrich Buch von der Segelflugschule Lübeck, die ebenfalls auf dem Gelände ihren Sitz hat, bestätigt unterdessen auf LN-Anfrage, dass PuRen auch ihm ein baldiges Ende verkündet habe. „Ein Datum gibt es aber noch nicht“, sagt der 59-Jährige. Daher plant er vorsorglich mit der neuen Saison vom 11. Mai bis zum 9. Oktober.

PuRen handle derzeit „ohne Rücksicht“, sagt Grünen-Politikerin Michelle Akyurt. „Wir sehen sie aber in der Pflicht.“ Auch sie will notfalls die Stadt dazu drängen, vor Gericht zu gehen. Die Chinesen müssten den Passus dann einhalten, sagt Akyurt. Oder sie schlägt noch härtere Mittel vor: „Dann wäre zu prüfen, den Vertrag teilzukündigen.“ Das Areal der Segelflieger würde ausgegliedert, die Sportler starten fortan wieder auf städtischem Grund. „So weit kommt es aber hoffentlich nicht“, so Akyurt, „die chinesische Seele ist bekanntlich auf Harmonie aus.“

„Der Eigentümer kann machen, was er will.“
FDP-Fraktionschef Thomas Rathcke

Peer Hellerling

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