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Trübe Aussichten für Lübecker Flughafen

Lübeck Trübe Aussichten für Lübecker Flughafen

Hop oder top: Die Zukunft des insolventen Flughafens wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Denn dem Airport geht Mitte April das Geld aus.

Die Zukunft des Lübecker Airports ist düster: Es gibt noch keinen Investor, und Billigflieger Wizz Air verlässt Blankensee Mitte April.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Hop oder top: Die Zukunft des insolventen Flughafens wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Denn dem Airport geht Mitte April das Geld aus. Das hat Insolvenzverwalter Klaus Pannen nach der nicht-öffentlichen Sondersitzung des Hauptausschusses erklärt. Dann ist Schluss. Allerdings: Heute will ein potenzieller Käufer dem Insolvenzverwalter ein Finanzierungskonzept vorlegen. Dabei handelt es sich um einen europäischen Investor, der Flugzeuge recycelt und Blankensee als Abwrack- Airport betreiben will. Angeblich sollen 150 Industriearbeitsplätze entstehen. Denn der Investor will Gewerbeflächen neben dem Flughafen kaufen, um dort die Maschinen auseinanderzubauen. Zudem gibt es einen reichen Unternehmer aus der Region, der am Lübecker Airport interessiert ist.

LN-Bild

Hop oder top: Die Zukunft des insolventen Flughafens wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Denn dem Airport geht Mitte April das Geld aus.

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Allerdings könnte es noch zu einer Sondersitzung der Bürgerschaft in Sachen Flughafen kommen. Die würde wegen der Einladungsfrist frühestens am Montag, 4. April, tagen. Sollten die Finanzierungszusagen des Abwrack-Unternehmers nicht reichen und er noch mehr Zeit benötigen, müsste die Bürgerschaft über eine Brückenfinanzierung entscheiden. Dafür eine politische Mehrheit zu finden, ist aber schwierig.

„Eine Sondersitzung ist eigentlich Quatsch“, meint Grünen-Fraktionschef Thorsten Fürter. Denn ein Investor müsste den Übergang finanzieren. Wenn er das nicht könne oder wolle, „braucht man auch keine Brückenfinanzierung mehr“. SPD-Vormann Jan Lindenau: „Die Zukunft des Flughafens steht auf Messers Schneide.“

Positiver sieht es der Bürgermeister. „Ich habe immer noch ein Fünkchen Hoffnung“, sagt Bernd Saxe (SPD). CDU-Vormann Andreas Zander: „Mich stimmt es optimistisch. Mir scheint, dass der Insolvenzverwalter auf dem richtigen Weg ist.“ Der ehemalige Airport- Chef Siegmar Weegen ist sicher: „Der Flughafen hat eine Zukunft; allerdings eine Zeit lang ohne Linienflüge.“

Denn mit Wizz Air verlässt die einzig verbliebene Fluggesellschaft den Airport. Am 15. April hebt die letzte Maschine des Billigfliegers in Blankensee ab.

So könnte die Brückenfinanzierung aussehen: Die Stadt gibt extra Geld für den Airport. Dafür gibt es aber derzeit keine politische Mehrheit. Die Stadt verzichtet für ein paar Monate auf Pacht, die der Flughafen an sie zahlen muss. Auch diese Variante ist politisch schwer durchsetzbar. Möglich wäre indes, dass die Bürgerschaft auf eine Vertragsklausel verzichtet. Dabei geht es um das Vorkaufsrecht der Stadt auf ein Grundstück mit Einfamilienhaus. Es liegt an der Blankenseer Straße. Pannen könnte es für 170 000 Euro veräußern. Die Politiker haben den Verzicht auf das Vorkaufsrecht der Stadt bereits Ende Januar beschlossen — allerdings unter der Maßgabe, dass „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine dauerhafte Fortführung des Flughafenbetriebes zu erwarten ist“. Diese Klausel könnte gestrichen werden. Dafür wäre wohl eine politische Mehrheit möglich. Es kann aber sein, dass die Kommunalaufsicht in Kiel den Daumen senkt. Lübeck darf kein Geld verschenken, denn die Stadt hat sich verpflichtet zu sparen — in einem Vertrag mit dem Land.

Der Insolvenzverwalter will mit dem Verkauf des Grundstücks das Überleben des Airports sichern. Er hat mächtig Druck, denn am Flughafen arbeiten 50 Leute. „Wenn ich keine Mittel kriege, dann gibt es Mitte April kein Geld mehr für den Flughafen“, so Pannen. Heißt: Die Jobs wären verloren — und die Lichter am Airport gehen aus.

Von Josephine von Zastrow

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