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Lübeck Flughafen Lübeck peilt Linien- und Charterflüge an
Lokales Lübeck Flughafen Lübeck peilt Linien- und Charterflüge an
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16:51 28.08.2017
Quelle: Markus Scholz
Lübeck

Das kündigte Airport-Chef Jürgen Friedel an. Das angepeilte Chartergeschäft soll in erster Linie Urlauber aus Österreich und der Schweiz in den Norden fliegen. Erste Gespräche mit Fluggesellschaften laufen. Nach mehreren Insolvenzen hatte der Unternehmer Winfried Stöcker den Flughafen vor einem Jahr übernommen. Derzeit starten und landen in Lübeck nur noch Privat- und Geschäftsflugzeuge.

Das neue Terminal soll mehrgeschossig an der Stelle der alten Hangars entstehen und keine Billiglösung werden, vielmehr von hoher Qualität sein, konkretisierte Friedel die Pläne. Es werde für ein Passagieraufkommen von jährlich 300 000 Fluggästen ausgelegt. Diese Marke übertraf der Lübecker Airport zuletzt im Jahr 2013. Der Flughafen-Betreiber möchte am liebsten schon im nächsten Jahr mit Vorarbeiten loslegen. Die Geschäftsführung betonte aber zugleich, nichts übers Knie brechen zu wollen. Nachhaltigkeit habe Vorrang vor Schnellschüssen.

Das alte Terminal bleibt erhalten. Dort sollen künftig kleine Geschäftsflieger abgefertigt werden. Friedel: „Es wäre unsinnig, das Gebäude abzureißen.“ Die Startbahn solle um 155 Meter verlängert werden, wie es ein seit Jahren vor Gericht bekämpfter und zuletzt ruhender Planfeststellungsbeschluss des Landes aus dem Jahr 2009 vorsieht. Geplant ist außerdem der Bau von Abfertigungspositionen. „Die heutige Infrastruktur entspricht nicht den Ansprüchen, die wir an uns selbst haben“, sagte Friedel. Der Flughafen-Betreiber ist zuversichtlich, dass es jetzt zügig vorangeht. Eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Schleswig signalisierte auf Anfrage, dass eine erste mündliche Verhandlung noch in diesem Jahr anberaumt werden soll. Als neuer Betreiber könnte Winfried Stöcker vom zuständigen Ersten Senat des OVG beigeladen werden. Die airportnahe Gemeinde Groß Grönau, zwei Privatpersonen sowie die Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm klagen gegen den Ausbau.

Im Fokus der Planungen stehen Urlauber aus den Alpenländern, „die gern schnell an die Ostsee kommen möchten“. Tatsächlich konzentriert sich das Auslandsmarketing der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash) jüngst verstärkt auf Österreich und die Schweiz. Im Gespräch sind in Lübeck neben Flugverbindungen von und nach Wien und Zürich auch die Ziele München, Stockholm und das Baltikum. Friedel: „Wir wollen unseren Kunden dabei Qualität anbieten. Wir sind nicht scharf darauf, Ryanair zurückzuholen.“ Wizz-Air aber sei beispielsweise eine Option.

Weitere Einzelheiten will der Lübecker Flughafen auf seiner Geburtstagsfeier zum 100-jährigen Bestehen des Airports am 2./3. September bekanntgeben.

Noch ein Projekt

Gemeinsam mit Partnern aus Medizin, Forschung und Wirtschaft soll der Lübecker Flughafen als Scharnier für die Gesundheitsregion entwickelt werden. Der „Stöcker-Flughafen“ wolle künftig zwei wichtige Bereiche der Region zusammenbringen: die Gesundheitswirtschaft und die hohe Lebensqualität des Nordens, teilte Flughafensprecherin Stefanie Eggers mit. Allerdings: Der chinesische Vorbesitzer versprach bereits Medizintouristen. Dessen Vorgänger, ein Deutsch-Ägypter, plante den Neubau eines Terminals.

Von Curd Tönnemann und Rüdiger Jacob

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