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Lübeck Flusskreuzfahrten – Markt für Lübeck?
Lokales Lübeck Flusskreuzfahrten – Markt für Lübeck?
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21:13 10.06.2016
Die „Princess“ auf ihrem Weg von Stade nach Travemünde. Zum ersten Mal fuhr das Schiff auf dem Elbe-Lübeck-Kanal. Quelle: Holger Kröger

Das 80 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff „Princess“ der niederländischen Reederei Dutch Cruise Line hat Anfang letzter Woche erstmals den Elbe-Lübeck- Kanal befahren und ist über die Hansestadt weiter nach Travemünde geschippert. Obwohl das Schiff ausgebucht war, plant die Reederei in nächster Zeit keine Wiederholung. Das bietet Diskussionsstoff. Reiseunternehmen, Wirtschaftsorganisationen und Experten wittern eine große Chance für Lübeck.

„Kreuzfahrten auf Binnengewässern haben ein großes Potenzial“, findet der stellvertretende IHK- Hauptgeschäftsführer Rüdiger Schacht. Beliebt seien seit Jahren Fahrten auf Donau, Oder und Main. „Das Kanalnetz Elbe-Lübeck bietet Zugang zu historischen Städten – das ist eine Chance, vom Kreuzfahrerboom zu profitieren“, so Schacht. Sobald der Elbe-Lübeck-Kanal ausgebaut sei, erwarte die Industrie- und Handelskammer noch mehr Kanalkreuzfahrer. Bis 2030 sollen Schleusen und Brücken erneuert werden. Auch wenn die Bauarbeiten noch nicht begonnen haben: „Die IHK will jetzt schon Kontakte zu Reedereien aufbauen“, sagt Schacht.

Das Thema Flusskreuzfahrten beschäftigt auch die Reisebüros. „Die großen Schiffe kommen gar nicht erst nach Lübeck“, sagt Alexander Mittelstädt vom First Reisebüro. „Die ,MS Deutschland‘ ankerte zwar in Travemünde, aber die ,Aida‘ nicht. Lübeck wird immer ausgespart.“ Die kleineren Flusskreuzfahrer böten eine Chance für die Hansestadt und den Tourismus. Mittelstädt sieht aber auch ein Risiko für die Reedereien: „Ist der Wasserstand zu hoch, können die Brücken nicht passiert werden.“ Grundsätzlich solle die Stadt über einen kreuzfahrerfreundlichen Ausbau nachdenken.

Auch ein Cruise Terminal am Hafen wäre möglich.

Dass die Altstadt mit einem Kreuzfahrtschiff erreicht werden kann, sieht Bernhard Rogge, stellvertretender Chef der Lübeck Port Authority (LPA), als Alleinstellungsmerkmal Lübecks. „Die ,Princess‘

war ausgebucht, das zeigt, wie begeistert die Menschen sind“, so Rogge. Auch aus nautischer Sicht habe diese Testfahrt funktioniert. Ein Manko sieht Rogge in den sieben Staustufen des Elbe-Lübeck-Kanals. „Da muss man mehr Zeit einrechnen, aber allein die Revierfahrt von Lübeck nach Travemünde ist schon ein Großerlebnis.“ Eine Idee, die auch in Lübeck umsetzbar sei, kennt Rogge aus den Niederlanden: „Dort gibt es kombinierte Fahrten. Mit dem Rad kann man mal neben dem Schiff herfahren – das bietet sich beim Elbe-Lübeck-Kanal ja absolut an.“ Beim der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) stoßen die Flusskreuzfahrer auf Zustimmung. „Diese Fahrt setzt die malerische Wasserstraße in Szene. Wenn weitere Schiffe wie die ,Princess‘ Lübeck ansteuern, freut uns das sehr“, sagt Christian Martin Lukas, LTM-Geschäftsführer.

Die Förderung der Kreuzfahrtschifffahrt hat sich der Verein Lübeck Cruise bereits im September vergangenen Jahres zur Aufgabe gemacht. „Wir haben die erste Fahrt der ,Princess‘ durch den Elbe-Lübeck-Kanal mit großem Interesse verfolgt“, erklärt der Vorsitzende Sebastian Jürgens. Lübeck Cruise ist bereits aktiv geworden und prüft die Voraussetzungen für Flusskreuzfahrten in Lübeck.

„Die Abmessungen des Kanals spielen eine wesentliche Rolle“, so Jürgens.

Beliebte Wasserstraße

116 Jahre ist der Elbe-Lübeck- Kanal bereits alt. Auf ihm fuhren schon Flusskreuzfahrtschiffe wie die „Königstein“ der Deilmann-Reederei oder die „Fluvius“ und die „Marylou“ der Reederei KVS-Tours in die Hansestadt – das letzte Mal 2014.

Die „Weiße Flotte Müritz“ der Reederei Mike Pickran bietet bereits Reisen nach Lübeck auf der sogenannten Marzipan-Route an. Übernachtet wird allerdings nicht an Bord, sondern in Hotels an den Zwischenstopps.

 Tomma Petersen

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