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Lübeck Folterszenen wie aus einem Horrorfilm
Lokales Lübeck Folterszenen wie aus einem Horrorfilm
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16:07 26.06.2018
Quelle: dpa
Lübeck

Der Abend des 7. April 2017 im Haus von Tanja L. (Namen aller Beteiligten geändert) begann entspannt. Carsten S., der jetzt als Angeklagter vor Gericht steht, und seine langjährige Bekannte Tanja L. (22), spielten Gesellschaftsspiele und tranken schon einmal vor für die Party in der Diskothek A1. Kurz nach Mitternacht entschlossen sie sich, doch zu Hause zu bleiben und einen Film zu schauen:

„Hostel“, einen Horrorfilm des Genres Torture Porn, der Folterszenen zur Belustigung des Publikums zeigt.

Als nach Ende des Films beide eingeschlafen waren, soll der Angeklagte in der Nacht gegen 4 Uhr morgens aufgewacht sein, sich aus dem Gästezimmer in das Zimmer geschlichen haben, in dem seine Bekannte schlief, und ihr mit einem Nudelholz mehrmals wuchtig auf den Kopf geschlagen haben. Als sie aufwachte, soll sich Carsten S. auf seine Bekannte gestürzt und sie gewürgt haben, bis sie das Bewusstsein verlor. Dies alles gab der Angeklagte selbst zu.

„Ich dachte zuerst, es wäre ein Albtraum und jemand würde meinen Kopf gegen eine Wand donnern. Aber als ich aufwachte, setzte sich jemand auf meinen Bauch und würgte mich“, erzählt Tanja L., Opferzeugin und Nebenklägerin, mit zittriger Stimme. Sie habe den vermeintlich im Gästezimmer schlafenden Carsten S. verzweifelt um Hilfe gerufen, doch der kam nicht. Erst dann wurde ihr bewusst, dass der Angreifer, den sie im nächtlichen Dunkel für einen Einbrecher gehalten hatte, ihr Bekannter selbst war. „Ich hatte das Gefühl, er wäre komplett besessen. In dem Moment wusste ich, dass es ein Horrorfilm ist, in den ich geraten bin.“

Für die Verhandlung sind drei weitere Tage angesetzt.

 joe

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