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Lübeck Forscher bringen Ökostrom zum E-Bus
Lokales Lübeck Forscher bringen Ökostrom zum E-Bus
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17:48 28.11.2018
Einen Förderbescheid über rund 676 000 Euro brachte Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) für Uni-Präsidentin Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach mit. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

 „Doing E-Bus“ heißt ein Forschungsprojekt, das die Fachhochschule Kiel und die Uni Lübeck gemeinsam gestartet haben. Das Ziel: Die Forscher wollen eine Software entwickeln, mit der Verkehrsunternehmen ihren Betrieb, ihre Busflotte und erneuerbare Energien managen können. Der Kieler Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) brachte jetzt einen Förderbescheid über 676 331 Euro nach Lübeck zu den Forschern. „Dieses Projekt ist ein Meilenstein für die nächste Phase der Elektromobilität“, sagte Albrecht, als er den Bescheid in einem E-Bus des Stadtverkehrs übergab.

Die Verkehrsunternehmen, die ihre Flotten umrüsten, stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Sie brauchen E-Busse, grünen Strom und müssen ihre Fahrzeuge so beladen, dass die Stromversorgung nicht in die Knie geht. „Eine Flotte von Elektrobussen hat einen enormen Energiebedarf“, sagte Prof. Martin Leucker, Direktor des Instituts für Softwaretechnik der Uni Lübeck, „wenn zu viele Fahrzeuge auf einmal beladen werden, schaffen das die Leitungen nicht.“

Zugleich sollen die E-Busse nicht mehr – wie bisher beim Stadtverkehr – mit konventionellem Strom betankt werden. Sondern mit Windstrom. Der sei schließlich in Schleswig-Holstein reichlich vorhanden, erklärte Minister Albrecht. Die Forscher müssen also eine Software erstellen, die den günstigsten Zeitpunkt für die Beladung der Fahrzeuge errechnet.

„Das Projekt bietet technisch die Chance, in das Elektrozeitalter für Linienbusse zu starten“, sagt der Minister. „Fachhochschule und Universität leisten einen aktiven Beitrag zum Wissenstransfer, um die Energiewende in Schleswig-Holstein voranzutreiben“, zeigte sich Prof. Klaus Lebert von der Fachhochschule Kiel überzeugt. Drei Jahre dauern die Forschungen, insgesamt kostet das Projekt 824 000 Euro.

Die Uni und der Stadtverkehr arbeiten bereits bei einem anderen Forschungsprojekt zusammen. Seit Februar arbeitet das Institut für Multimediale und Interaktive Systeme an einem Reichweitenassistenten für Elektrobusse. Der soll Busfahrern helfen, durch geschickte Fahrweise die Reichweite von E-Bussen zu verlängern. Ergebnisse sollen 2020 vorliegen.

Der Stadtverkehr hat derzeit zwei reine Elektrobusse im Betrieb. Weitere sollen Anfang 2019 bestellt werden. Stadtverkehr-Chef Andreas Ortz fordert von der Politik eine bessere finanzielle Förderung von E-Bussen.

Kai Dordowsky

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