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Lübeck Frau niedergestochen und schwer verletzt
Lokales Lübeck Frau niedergestochen und schwer verletzt
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22:08 15.11.2017
Das Opfer schleppte sich stark blutend zur Avia-Tankstelle an der Lohmühle.  Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Es ist ein alltäglicher Novembernachmittag an der Avia-Tankstelle Bei der Lohmühle. Menschen tanken, kaufen Brötchen, kommen und gehen. Nichts lässt erahnen, dass sich in der Nacht zu Mittwoch hier ein Drama abgespielt hat.
Nach LN-Informationen fuhr eine 45-jährige Frau gegen Mitternacht mit ihrem roten Kleinwagen auf das Gelände der Tankstelle Bei der Lohmühle/An der Hansehalle. Laut Zeugenaussagen konnte die Fahrerin noch aussteigen und sich am Autodach des Nissan festhalten. Dann sank sie zu Boden. Das Opfer hatte Stichverletzungen am Hals, blutete stark und war kaum ansprechbar. Der herbeigerufene Notarzt und die Sanitäter kümmerten sich um die Schwerverletzte.

Die 45-Jährige musste später im Krankenhaus notoperiert werden, so Stefan Muhtz von der Polizeidirektion Lübeck. „Lebensgefahr besteht zurzeit aber nicht“, teilt der Polizeisprecher am Tag nach der Tat mit. Mehrere Polizeifahrzeuge und Rettungswagen waren vor Ort. Die ersten Ermittlungen ergaben einen Tatverdacht gegen den 40-jährigen Ehemann des Opfers. Dieser wurde gegen 1 Uhr in einem Kellerraum eines Mehrfamilienhauses in St. Lorenz Nord von Beamten des Lübecker Zivilstreifenkommandos und Beamten des 2. Polizeireviers vorläufig festgenommen. Er befindet sich in Polizeigewahrsam. „Weitere Befragungen zu den näheren Tatumständen konnten aber noch nicht durchgeführt werden.“

In der Nacht noch wurde ein Tatverdächtiger in der Bornhövedstraße festgenommen. Quelle: Holger Kröger

Auch die Tankstellen-Mitarbeiterin, die den Vorfall miterlebt hat, musste nach LN-Informationen vom Rettungsdienst versorgt werden. Sie soll einen Schock erlitten haben. Nach Meinung von Detlef Hardt vom Weißen Ring gebührt der Helferin „höchste Anerkennung“. Sie habe in einer Schocksituation Zivilcourage gezeigt und sei damit ein Vorbild für viele Menschen, so der Leiter der Außenstelle Lübeck. „Durch ihr schnelles Handeln konnte der Notarzt das Leben der Autofahrerin retten.

 Wichtig sei nun, dass das Opfer, aber auch die Tankstellen-Mitarbeiterin, Unterstützung erhalten. „Kein Kriminalitätsopfer darf allein bleiben, der Weiße Ring kann helfen“, sagt Hardt und zählt anwaltlichen Beistand, psychologische Hilfe oder auch Schadenersatz auf.
Am Tag nach der Tat ist der Vorfall das Thema in der Tankstelle. Die beiden jungen Frauen, die hinter dem Tresen stehen, werden oft darauf angesprochen, äußern sich aber nicht weiter. Auch der Mitarbeiter eines Nachbargeschäftes hat von dem Vorfall gehört. „Ich hatte aber frei, zum Glück!“, sagt er. „Richtig geschockt“ sind zwei 16-Jährige, die auf dem Weg zur Schule das Gelände überqueren. „Ich hätte nicht gedacht, dass hier so etwas passiert.“ 

Information-Telefon des Weißen Ring: 0451/ 59 73 29

krö/taf/Polizei/kü

 

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