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Lübeck Frauen den Rücken stärken
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13:21 23.02.2018
Sarah Tunkel (Frauennetzwerk), Schirmherrin Dr. Dagmar Täube und Ilka Lambke-Muszelewski (BPW Lübeck, v. l.) planen am 17. März Workshops anlässlich des Equal Pay Days. Quelle: Foto: Margitta True
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„Leider sind wir immer noch nicht vorangekommen“, sagt Ilka Lambke-Muszelewski vom Business and Professional Women Club Lübeck (BPW). „In Deutschland liegen wir noch ziemlich weit hinten.“ Daher bietet der Club mit dem Frauennetzwerk unter dem Motto „Transparenz gewinnt“ am Sonnabend, 17. März, Workshops und Beratungen durch professionelle Coaches für Frauen an.

Einer der Gründe, warum Frauen mit ihrem Verdienst immer noch hinter dem von Männern liegen, sei auch ihre schlechtere Selbstvermarktung und Verhandlungsstrategie, erläutert die Schirmherrin Dr.

Dagmar Täube, Leiterin der Lübecker Museen, das Ziel der Aktion. Dabei gehe es auch um eine bessere Einschätzung der eigenen Arbeit: „Die Frage ist: Was ist wie viel wert?“

Sarah Tunkel vom Frauennetzwerk zur Arbeitssituation bestätigt das. Frauen würden dazu neigen, sich zufriedenzugeben, um ihre Stelle nicht zu verlieren. Reiche der angebotene Lohn nicht zum Leben, werde eben ein Zweitjob angenommen, anstatt härter zu verhandeln. „Frauen können gut managen, die organisieren das irgendwie.“ Gezieltes Training könne jedoch dazu führen, dass im Gespräch mit dem Chef aus einem 450-Euro-Job eine sozialversicherungspflichtige Stelle werde, sagt Tunkel. „Uns geht es darum, den Frauen den Rücken dafür zu stärken.“ Dass sich der Faktor Kindererziehung nachteilig auswirke, belegten ihre Erfahrungen aus Beratungsgesprächen. „Alleinerziehende Väter haben dieselben Probleme wie alleinerziehende Mütter.“

Meistens seien es immer noch Frauen, die wegen der Kinder gar nicht oder in Teilzeit arbeiteten, so Lambke-Muszelewski. Historische Altlasten wie Ehegatten-Splitting – „ein Fehlanreiz für viele Frauen, zu Hause zu bleiben“ – sowie die ungleiche Bezahlung gleicher Tätigkeiten gehörten dazu. Aber vor allem die deutlich schlechtere Bewertung und Bezahlung von Arbeit mit Menschen, oft in typischen Frauenberufen, im Vergleich zur Arbeit mit Maschinen, die meist von Männern ausgeführt wird. Das Entgelttransparenzgesetz von Juli 2017, mahnt Lambke-Muszelewski, sei daher nur ein erster Schritt. Wenn Löhne und Gehälter offen gelegt werden, seien sie vergleichbar und Frauen könnten Forderungen stellen. „Wir brauchen viel mehr Gesetzgebung in diese Richtung.“ Grundsätzlich gehe es um Gleichberechtigung und darum, Arbeit auch gesellschaftlich ganz neu zu bewerten, sagt Täube. Daher sei der Equal Pay Day ein klarer Appell an die Politik, Maßnahmen zu beschließen, die jede einzelne Frau stärken.

Die anderthalbstündigen Workshops zu beruflichen Themen wie neuen Impulsen und Perspektiven finden am Sonnabend, 17. März, von 10 bis 18 Uhr statt und kosten jeweils 15 Euro. Anmeldungen per E-Mail an luebeck@frauennetzwerk-sh.de. Zu den Speed-Coachings (13 bis 18 Uhr) zur beruflichen Weiterentwicklung, Neuorientierung und zum Wiedereinstieg sind keine Anmeldungen erforderlich. Alle Angebote finden im Gewerkschaftshaus, Holstentorplatz 1-5, statt. Eine Übersicht zu den Angeboten und zu den professionellen Coaches mit ihren fachlichen Schwerpunkten steht unter www.frauennetzwerk-sh.de und www.bpw-luebeck.de.

mat

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