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Lübeck Freier Blick auf den Rückgiebel des „Haus Eden“
Lokales Lübeck Freier Blick auf den Rückgiebel des „Haus Eden“
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11:22 31.07.2018
Der alte Rückgiebel (l.), vermutlich aus der Zeit um 1268, ist ziemlich marode, die Bögen im jüngeren Seitenflügel (r.) sind noch erhalten. Quelle: Foto: S. Risch
Innenstadt

Andreas Hagenkötter atmet ein wenig durch: Endlich ist der Innenhof begehbar, endlich ist ein bisschen Land in Sicht. 60 Tonnen Bauschutt, 20 Tonnen Altholz – das alles hätten Arbeiter in den vergangenen Wochen weggeräumt. Als Hagenkötter, Rechtsanwalt aus Ratzeburg, 2016 das Gebäude in der Königstraße übernahm, war alles noch da: Das Mobiliar der plüschigen Hanseaten-Diele, die Ausstattung des Kinosaals, die Anbauten an das Haupthaus, das unter klassizistischer Fassade das möglicherweise älteste noch erhaltene Bürgerhaus mit dem Dachstuhl aus dem Jahr 1268 versteckt.

Schritt für Schritt wollte Hagenkötter sich vorantasten – eben so, wie die finanziellen Mittel es zulassen.

Erst ließ er das Hinterhaus aus dem 18. Jahrhundert für sich und seine Familie denkmalgerecht wieder herrichten, dann wurde das einstige Tanzlokal aufgeräumt. Jetzt machte der neue Eigentümer sich an den Anbauten zu schaffen. Die waren errichtet worden, als der Fotograf Erich Dietrich die Räume im Obergeschoss 1918 übernommen hatte, um im einstigen Festsaal ein Lichtspielhaus einzurichten. Er brauchte zusätzlichen Platz, um für das Kino mit mehr als 300 Sitzplätzen einen Fluchtweg in den Innenhof mit Ausgang zur Glockengießerstraße zu schaffen und einen Filmvorführraum einzurichten.

Etliche Jahrzehnte und 80 Tonnen Schutt später steht Andreas Hagenkötter im Innenhof. „Jetzt sieht man, was leider nur noch vom Rückgiebel erhalten blieb“, sagt er nachdenklich.

Froh hingegen ist er, dass die alten Bögen am Seitenflügel zwar ausgemauert wurden, aber noch vorhanden sind. „Das machen wir alles wieder sichtbar, die Pfeiler werden neu aufgemauert mit Steinen im Klosterformat, die Bögen mit Glas versehen.“

Der 57-Jährige ist schon ein bisschen stolz „auf das, was wir bisher geschafft haben“. Denn obwohl das Haus Königstraße 25 denkmalgeschützt ist und er es gern nach der Sanierung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen würde, gab es keinen Cent Zuschuss von Stadt oder Stiftungen. „Wir haben Bauforschung betrieben und bislang viel Geld investiert“, sagt Hagenkötter, der nicht aufgibt und die nächsten Schritte bereits plant.

Im zweiten Bauabschnitt möchte er den Rokoko-Seitenflügel sanieren und den Innenhof, in dem bisher noch unschöne Waschbeton- Platten liegen. „Die Finanzierung hierfür steht“, sagt der Eigentümer. Und danach, wirft er einen Blick in die Zukunft, „müssen wir gucken, was wir mit der Rückfassade machen“.

sr

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