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Lübeck Frisches Geld für den Flughafen: Gnadenfrist bis Mitte Mai
Lokales Lübeck Frisches Geld für den Flughafen: Gnadenfrist bis Mitte Mai
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08:31 08.04.2016
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Lübeck

Die Bürgerschaft hatte bereits Ende Januar auf das Vorkaufsrecht der Stadt für das Areal verzichtet – zugunsten des Flughafens. Dem gehört das 1413 Quadratmeter große Grundstück mit Einfamilienhaus in Airportnähe. Jetzt hat Insolvenzverwalter Klaus Pannen diese Option gezogen. Der Hauptausschuss ist gestern darüber informiert worden in nicht-öffentlicher Sitzung.

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Allerdings: Es werden Jobs am Airport wegfallen. „Es wird personelle Anpassungen geben müssen“, sagt Insolvenzverwalter Klaus Pannen. Denn der ungarische Billigflieger Wizz Air wird am 15. April das letzte Mal in Blankensee abheben. Damit verliert der Lübecker Airport seine letzte Flug gesellschaft. Um wie viele Jobs es geht, will Pannen auf einer Mitarbeiterversammlung bekanntgeben. Derzeit sind noch 50 Mitarbeiter am Flughafen beschäftigt.

Durch die Veräußerung des Grundstücks fließen 175 000 Euro in die Kasse des insolventen Airports. Der Verkauf soll heute oder Montag über die Bühne gehen. Mit dem Geld sichert Pannen das Überleben des Airports weitere fünf Wochen. Und dadurch hat er wieder Zeit gewonnen, um einen Käufer für den Airport zu finden. Mittlerweile sucht er seit mehr als einem halben Jahr einen Interessenten – und hat die Frist für den Verkauf schon zum fünften Mal verlängert.

„Mein Optimismus ist groß, dass es klappt“, sagt Pannen. Denn aktuell gibt es drei potenzielle Käufer für den Flughafen. Einen Unternehmer, der aus Blankensee einen Abwrack-Airport machen will. Das Finanzierungskonzept liegt allerdings nur in Teilen vor. Außerdem interessiert sich Euroimmun-Chef Winfried Stöcker für den Flughafen.

Er wollte ihn schon einmal kaufen – setzte dabei auf städtische Zuschüsse. Die wird es aber nicht geben. Das lehnen sowohl Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) als auch die Bürgerschaft ab. Neu im Rennen ist Interessent Nummer drei. Er kommt aus Deutschland, aber mehr ist derzeit nicht über ihn bekannt. „Dort könnte es schon nächste Woche zum Durchbruch kommen“, erklärt Pannen. Vorsichtigen Optimismus verbreitet auch Saxe: „Es gibt noch ein Fünkchen Hoffnung für den Flughafen.“

Der Airport musste Ende September 2015 bereits zum zweiten Mal Insolvenz anmelden, weil der chinesische Investor den Geldhahn zugedreht hatte. Der war erst im August 2014 eingestiegen und hatte den Flughafen selbst aus der Insolvenz gekauft. Denn im April war Airport-Betreiber Mohamad Rady Amar spurlos verschwunden. Er hatte den Airport am 1. Januar 2013 von der Stadt übernommen.

jvz

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