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Lübeck Frühstart in die Badesaison
Lokales Lübeck Frühstart in die Badesaison
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20:14 07.05.2016
Auf geht‘s! In Scharen stürmten die ganz Harten gestern in die 13 Grad kalte Ostsee. Bei 25 Grad Lufttemperatur für manchen Sonnenanbeter eine willkommene Abkühlung. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Luft: 25 Grad, Wasser: 13 Grad — da tummelten sich, rechtzeitig zum Anbaden und Saisonstart, schon extrem viele Menschen in Badebekleidung am Strandabschnitt neben der Seebrücke. LTM-Chef Christian Martin Lukas und sein Team hatten schon genug zu tun, Getränke auszuschenken und kurzzeitig verloren gegangene Kinder per Megafon auszurufen. Noch dazu drängten sich schon deutlich vor dem Anbadetermin — 15 Uhr — Hunderte Zuschauer auf der Seebrücke und etwa 300 bis 400 Mutige am Wasserrand. Es war, als könnten sie nicht schnell genug in die erfrischenden Ostseefluten kommen.

Anbaden mit 300 bis 400 Teilnehmern — Einige konnten den Sprung ins kalte Nass kaum erwarten.

Vor allem galt es, eine der 250 pinkfarbenen Gummienten zu ergattern, die die DLRG auf einem im Wasser liegenden Boot an Bord hatte. Denn die Shirts sicherten den Erhalt der „Anbade“-Shirts mit rosa Aufdruck. Plötzlich, noch bevor die Freibeutermukke die Strandkorbvermietung von Charlotte Seipel erreicht hatte, ging ein Raunen und ein Juchzen durch die Menge. Wasser spritzte, Kinder und Erwachsene stürmten das Wasser. LTM-Chef Christian Martin Lukas, der per Megafon den offiziellen „Startschuss“ zum Anbaden geben wollte, war ebenso überrascht wie viele Zuschauer.

All jene, die weiter oben am Strand weilten, bekamen erst hinterher mit, was passiert war: Die DLRG hatte, weil sie beobachtete, dass die vielen Kinder am Wasserrand von hinten von Erwachsenen bedrängt wurden, die Entchen schon vorzeitig zu Wasser gelassen — und schon erlangte das Anbaden eine gewaltige Eigendynamik.

„Es war der Hammer“, sagte Lukas hinterher und hatte kein Problem damit, dass seine Worte im Getümmel untergegangen waren. „Die Menschen sollen ja das machen, was ihnen gefällt. Hauptsache, sie springen ins Wasser!“ Und das taten sie, wobei dieses Mal nur wenige fantasievolle Badekostüme zu entdecken waren. Zwei tätowierte junge Frauen mit am Haar festgesteckten Matrosenmützen, die sich vor allem über das anschließende Gläschen Rum zur Belohnung freuten, ein älterer Herr im rot-weiß geringelten Ganzkörper-Badeanzug, ein Wikinger, der stolz sein Gummientchen in die Höhe hielt. Zum zweiten Mal war der Lübecker Olaf Morr beim Anbaden dabei — „es war ganz angenehm“, sagt der 47-Jährige, „im Februar habe ich schon mal probiert zu baden, aber das war eindeutig zu kalt!“ Auch Urlauberin Martina Wegner (52) aus Freiburg war unter den Mutigen. Erstmals. „Die ersten paar Meter war‘s relativ warm, dann kam eine ganz kalte Zone“, erzählt sie. Doch sie gehört ohnehin zu den Harten: „Ich werf mich auch ins Gletscherwasser in den Bergen.“

Der LTM-Chef persönlich und Mitarbeiterin Svenja Perner schrieben anschließend im Akkord für alle Teilnehmer Urkunden. Und auch wenn die Enten und T-Shirts nicht ausreichten: Jeder, der im kalten Ostseewasser war, kann später seinen Enkeln stolz die Urkunde zeigen. Lukas freute sich besonders, „dass dieses Mal so viele junge Leute dabei waren.“ Sein Eindruck: Der Trend gehe zu Veranstaltungen, bei denen die Besucher nicht nur konsumieren, sondern auch selbst etwas machen müssen. Da ist Anbaden doch ideal!

Neue Kunst im Ostseewind

Ordentlich laut und bunt ging es gestern Nachmittag am Fährhafen-Vorplatz zu: Die Freibeutermukke begleitete mit fetziger Musik die Eröffnung der inzwischen achten „WindArt“ des Vereins für Kunst und Kultur zu Travemünde. In unmittelbarer Nähe zur Skulptur „Wellenschlag“ des Münsteraner Künstlers Rolf Stahr stellte Vereinsvorsitzender Uwe Hildebrandt das aktuelle Projekt vor. Die teils kinetischen Skulpturen, die sich im Wind bewegen, ziehen sich inzwischen wie auf einer Perlenkette an der Promenade entlang durch den Ort.

Wer mit offenen Augen vom Fährhafen-Vorplatz am Wasser entlang bis zum Grünstrand geht, kann überall neue Kunstwerke entdecken. Der Wuppertaler Wolfgang Meyenburg zum Beispiel zeigt sowohl die „Dame mit Mops“ am Fährhafen als auch vor dem Maritim Hotel die Skulptur „Freie Radikale“. Und Andreas Liebelt aus Kiel hat am Grünstrand Windsegel sowie ein Windrad aufgestellt.

Während der Saison sollen weitere Skulpturen an der Strand- und Hafenpromenade aufgestellt werden. Auch der Priwall wird verschönert: Die Münsteraner Künstlerin Sabine Klupsch wird hier eine Holzskulptur errichten. Viel Spielraum also für Wind und Kunst! sr

Von Sabine Risch

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