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Lübeck Fünf Euro für ein butterblumengelbes Kinderfahrrad
Lokales Lübeck Fünf Euro für ein butterblumengelbes Kinderfahrrad
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Auktionator Marc Simon brachte mit Witz gefundene Fahrräder vom Lübecker Ordnungsamt an den Mann und an die Frau. Quelle: Foto: Dorothea Kurz–kohnert
Innenstadt

Das Wetter spielte mit, der Andrang war groß: Im Auftrag des Lübecker Ordnungsamtes versteigerte Marc Simon von der gleichnamigen Speditionsfirma in Entertainer-Manier auf dem Lübecker Koberg begehrte Fundsachen mit zwei Rädern. Zwei Stunden vor der Auktion hatten Interessierte die Möglichkeit, ihr potenzielles Lieblingsrad aus dem „Fuhrpark“ herauszupicken und unter die Lupe zu nehmen.

Alle Fahrräder trugen am Lenker ein blaues Bändchen mit einer Nummer zur Identifizierung. „Es ist Tradition, dass wir mit den Kinderfahrrädern starten,“ sagte der 32-jährige Marc Simon, der ins Familienunternehmen von Elke und Jürgen Simon aus Stockelsdorf eingestiegen ist. Jedes Versteigerungsobjekt kommt vor dem offenen Anhänger auf ein Paletten-Podest, wird vom Auktionator begutachtet. Dann legt er die Startsumme fest. „Bei schlechteren oder älteren Rädern geht es bei fünf Euro los, bei den besseren ist der Ausgangspreis entsprechend höher,“ erläutert er. Dass alles seinen rechten Gang ging, überwachte Vanessa Bobsin von der Stadtverwaltung – sie führte Protokoll. Die Quittungen für die Käufer, die gegen Cash ihr neues Fahrrad in Empfang nehmen konnten, stellte feinsäuberlich Helga Ribitzki aus, Sekretärin im Ruhestand.

 Den Auftakt machte ein butterblumengelbes Kinderfahrrad mit der Nummer 343 – es ging für fünf Euro weg. Das zweite Fundstück, mit 518 gekennzeichnet, war ein betagtes Herrenrad: „Die Klingel geht!“, scherzte Marc Simon. Für fünf Euro machte es seinen neuen Besitzer glücklich. Das Steigern erfolgte nach Regeln: Im Bereich von fünf bis 20 Euro ging es in Ein-Euro-Schritten aufwärts. Von 20 bis 40 Euro musste der Bieter immer zwei Euro auf das letzte Gebot aufstocken. Dann folgten Fünfer-, ab 60 Euro Zehnerschritte. Marc Simon weiß: „In der Regel geht das teuerste Rad für 150, maximal 200 Euro weg.“ Bei der jüngsten Frühjahrsaktion war ein E-Bike der Renner: Es brachte 420 Euro. Sein bestes Pferd im Stall bei der gestrigen Auktion war ein Hercules Unisex- Fahrrad – geschätzte Verkaufssumme? „150 bis 170 Euro,“ so der Fachmann. Nur 26 Euro bezahlte Charid Belaili für sein gut erhaltenes Herrenrad – der 18-Jährige aus Bad Schwartau strahlte.

 Heute werden weiter Fundsachen versteigert: Ab 14 Uhr warten im Gemeinschaftshaus Karlshof, am Hofweg 11a, Schmuck, Uhren, Brillen, Portemonnaies, Schirme und Kleider auf neue Besitzer – zwei Stunden vor Beginn der Aktion kann man die Dinge besichtigen. Dorothea Kurz-Kohnert

LN