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Lübeck Fünf Fakten zum Haushalt
Lokales Lübeck Fünf Fakten zum Haushalt
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11:52 29.11.2018
Die Hansestadt plant für 2019 erstmals einen ausgeglichenen Haushalt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Die Stadt plant für das kommende Jahr zum ersten Mal einen ausgeglichenen Haushalt. Sie will so viel ausgeben, wie sie einnimmt – und kräftig investieren. Fünf Fakten zum Haushalt der Hansestadt:

1. 1000 Seiten und kein Durchkommen

Alle Jahre wieder: Der Lübecker Finanzplan hat mehr als 1000 Seiten. Eine fette Lektüre – aber eine spannende. Denn da steht alles drin, was die Stadt im kommenden Jahr machen will. Die Verwaltung schreibt den Finanzplan auf – und startet damit meist schon im Sommer.

Die Bürgerschaft kann den Haushalt noch verändern und entscheidet im November darüber. Dann muss der Innenminister ihn genehmigen. Das dauert meist bis Frühjahr 2019. Und am Ende wird abgerechnet. Meist dauert es dann ein weiteres Jahr, wie das Jahr 2019 finanziell genau gelaufen ist.

Schulen, Straßen, Hafen und mehr: Klicken Sie hier, um zu sehen, für welche Projekte Lübeck 2019 Geld in die Hand nehmen will.

2. Stets in den Miesen

Der Haushalt hat zwei Teile. Nummer eins: Das Girokonto. Das Girokonto der Stadt ist stets in den Miesen – seit Jahrzehnten. Wie bei Otto Normalverbraucher geht es dabei ums laufende Geschäft.

Die Frage: Wie viel kommt jeden Monat rein? Wie viel geht jeden Monat raus? Die Stadt lebt jeden Monat auf Pump, um das tägliche Leben der Stadt zu bezahlen. Die Mitarbeiter, die Schulen, das Theater, die Sportplätze.

In 2019 soll am Ende Minus acht Millionen Euro stehen – das ist die Prognose. Aber die Stadt weiß: Am Ende des Jahres gibt es zu Weihnachten extra Geld vom Innenminister.

Wie viel das ist, ist allerdings unklar. Wie das so mit Weihnachten ist: Man weiß nicht, was unterm Baum liegen wird.

Aber die Stadt hofft natürlich, dass der Innenminister ihr die Sünden des Jahres nachsieht – und Lübeck am Ende des Jahres ein ausgeglichenes Girokonto hat.

3. Stets auf großem Fuß

Der zweite Teil des Haushalts: Sparbuch und Kreditlinie. Otto Normalverbraucher legt Geld zurück und kauft sich davon dann ein Auto. Oder er nimmt einen Kredit auf, kauft ein Haus – und stottert ihn sein Leben lang ab. Die Hansestadt macht das genauso.

Allerdings: Ein Sparbuch hat die Stadt gar nicht. Denn seit Jahrzehnten legt die Stadt kein Geld auf die hohe Kante. Die Stadt gibt lieber Geld aus – und hat deshalb gleich mehrere Kreditlinien laufen.

Während bei Otto Normalverbraucher, die Bank irgendwann keinen Kredit mehr gewährt, wenn man zu viele Schulden gemacht hat, ist das bei der Stadt anders. Da übernimmt der Innenminister diese Rolle.

Er schaut mit Argusaugen auf die Kreditlinie – und streicht im Zweifel die Kredite zusammen. Bei Lübeck war das bisher jedes Jahr das Fall. Die Stadt wollte auf einem immer noch größeren Fuß leben, als sie es bisher getan hat.

4. Der Hafen auf Platz 1

In den Ausbau des Skandinavienkais steckt die Stadt massiv Geld – mehr als 68 Millionen Euro. Denn sie hat sich entschieden, den Hafen zu retten. Dann folgen auf Platz zwei Schulprojekte. Dabei sind die größten St.-Jürgen-Gemeinschaftsschule und die Albert-Schweitzer-Schule.

Platz drei nehmen die Straßen dun Brücken ein: Die Dauerbaustelle Possehlbrücke, die Bahnhofsbrücke und die Josephinenbrücke. Der Heiligen-Geist-Kamp und die Ziegelstraße werden erneuert.

Für alle Sportfans ist wichtig: Die Sportanlage Neuhof wird rund erneuert und der Sportplatz Holstentor Süd.

5. Immer mehr Leute

Die Stadt sucht Leute. Die Verwaltung will 2019 satte 165 neue Mitarbeiter einstellen. So viel wie nie. Damit würde die Verwaltung wachsen von derzeit 3400 Angestellte auf 3565 Angestellte. Geplant sind Personalkosten von mehr als 217 Millionen Euro – für Löhne und für Altersversorgung.

Das sind 25 Prozent der gesamten Ausgaben der Stadt des laufenden Geschäfts. Denn Lübeck gibt insgesamt 850 Millionen Euro aus. Und nimmt im Gegenzug 842 Millionen Euro ein. Macht ein Minus von acht Millionen Euro.

Das wird sich Ende 2019 noch in ein Plus verwandeln. Denn: Die Stadt erwartet Weihnachtsgeschenke vom Land - siehe Punkt 2.

Josephine von Zastrow/RND

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