Lübeck. Die Idee wurde aus Langeweile geboren — und am Ende kamen rund 600 junge Lübecker auf den Markt, um ein paar Minuten ausgelassen zu tanzen. „Harlem Shake“ hieß es gestern in Lübecks guter Stube.

„Das war eine spontane Idee“, erklärten die Veranstalter Kay Schüler und Christopher Volmar. „Eigentlich wollten wir zunächst gar nicht so ein großes Publikum“, sagten die beiden 17-jährigen Schüler.






 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Sie hatten zunächst nur drei Mitstreiter über Facebook angeschrieben. Schüler: „Am Schluss hatten wir 9000 Anmeldungen.“

So viele sind es nicht geworden. 600 schätzen die beiden Veranstalter — angesichts des Schneetreibens ein sehr gutes Ergebnis. Ungefähr genauso viele Handys filmten den Kurzauftritt. „Wir wollen die Kieler schlagen“, heizten Mitarbeiter einer Fotoagentur die Massen an. In der Landeshauptstadt waren am vergangenen Wochenende rund 800 Kurztänzer zusammengekommen — allerdings bei weitaus besserem Wetter.

Der ganze Spaß dauerte schließlich nur fünf Minuten. Dann war der Film im Kasten. Die Veranstalter wollten versuchen, ihn noch gestern Abend bei Youtube einzustellen. Die jungen Lübecker gaben in der kurzen Zeit alles, sie hüpften, johlten und schüttelten sich. Einige waren verkleidet, kamen als Batman oder Gruselmonster. Einer stach besonders aus der Menge, hatte sich in einen knallig orangen Ganzkörperanzug gewandet. „Ich bin das erste Mal beim Harlem Shake“, verriet er nur — und dass er den Anzug aus dem Internet habe. Seinen Namen wollte der orange Mann nicht nennen. Originell kam auch Aicke Burckard daher. Mit einem Kinder-Jeep hatte er sich vom Ringstedtenweg auf den Weg gemacht. Sein Gefährt wurde während des fünfminütigen Tanzes durch die Luft gewirbelt. „Beim Harlem Shake bin ich das erste Mal“, erzählte der junge Lübecker, bei Flash Mobs habe er schon öfter mitgemacht.

Und was ist „Harlem Shake“? „Das ist eigentlich ein Tanz, der ins Lächerliche gezogen wurde“, berichtete Veranstalter Christopher Volmar. Videos würden via Youtube über den ganzen Globus rasen. 15 Bergleute in Australien drehten ein Video während der Arbeit unter Tage und wurden daraufhin gefeuert. Die Freiwillige Feuerwehr Siems hat sich auch schon im Internet mit einer Darbietung verewigt.

dor

Hier das fertige Video vom Harlem Shake:

Kai Dordowsky