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Lübeck Lübeck-Quiz zum Stadtjubiläum
Lokales Lübeck Lübeck-Quiz zum Stadtjubiläum
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18:23 07.11.2018
Die Kandidaten des Lübeck-Quiz: Angelika Richter (Direktorin der Gemeinnützigen), Manfred Eickhölter (Denkmalpfleger und Redakteur der Lübeckischen Blätter), Olivia Kempke (Geschäftsführerin des Lübeck-Managements), Bürgermeister Jan Lindenau und Karl-Friedrich Klotz (Vorsteher der Gemeinnützigen, v. l.). Quelle: Friederike Grabitz
St. Jürgen

Es ist still im Saal, als die Frage eingeblendet wird: „Wie viel kostet eine Busfahrt mit dem Stadtverkehr Lübeck von der Innenstadt nach Travemünde?“ Vier Antworten stehen zur Auswahl, fünf Kandidaten machen ein ratloses Gesicht. Was es zu gewinnen gibt, wissen sie noch nicht. Zu verlieren gibt es viel: Ruhm und Ehre. Zögerlich gehen fünf Schilder mit „D“ in die Höhe: 3,80 Euro. Es ist nicht Günther Jauch, sondern Doris Mührenberg, die nachfragt: „Sind Sie ganz sicher?“ Richtig gewesen wäre die Antwort „C“: 3,20 Euro. Bürgermeister Jan Lindenau rettet die Situation: „Kaufen Sie sich eine Monatskarte, das ist am günstigsten“.

Es ist die einzige Quizfrage, an der die Kandidaten des Lübeck-Quiz gemeinsam gescheitert sind. Weitgehend souverän beantworten fünf Prominente am Montagabend im Kolosseum die 74 Fragen des Quiz, das die Showmaster Prof. Manfred Gläser und Doris Mührenberg vom Bereich Archäologie und Denkmalpflege organisiert haben. Neben Jan Lindenau sitzen Manfred Eickhölter, Denkmalpfleger und Redakteur der „Lübeckischen Blätter“, Angelika Richter und Professor Karl-Friedrich Klotz, Direktorin und Vorsteher der Gemeinnützigen, sowie Olivia Kempke, Vorsitzende des Lübeck-Managements, auf dem Podium.

Das Themenspektrum umfasst Kirchengeschichte und TV-Kultur, reicht vom Lübecker Wunderkind Christian Heinrich Heineken, das nur vier Jahre alt wurde, bis zu der Kabarettistin, Widerständlerin und Nonne Isa Vermehren. Die 140 Zuschauer staunen, dass beim „Singekrieg“ Kirchenlieder als Protestmittel eingesetzt wurden, um Lübeck protestantisch zu machen, dass der spätere Anarchist Erich Mühsam als Lehrling die Löwen-Apotheke vor dem Abriss bewahrt hatte und dass die Leiterin des Priwall-Fährbetriebs die jüngste Kapitänin Deutschlands ist.

Zu jeder Frage gibt es für die vier Antwortmöglichkeiten A,B,C und D jeweils ein Schild sowie eine Risiko-Karte, mit der drei zusätzliche Punkte zu gewinnen (oder auch zu verlieren) sind. Dazu beantworten die Kandidaten Schätzfragen und Bilderrätsel, bei denen sich ein Puzzle zusammensetzt. Hier kommt es auf Schnelligkeit an: Umso früher ein Kandidat den Ort auf dem Bild errät, umso mehr Punkte gibt es. Aufgelockert wird das Format durch Publikumsfragen.

„Wie im Assessment-Center“

Beim Bilderrätsel kann Jan Lindenau, der ein gutes visuelles Gedächtnis hat, besonders punkten. Geübt hat er vorher nicht: „Ich habe zur Vorbereitung eine Box mit Quizfragen geschenkt bekommen. Die drei Fragen, die ich gelesen hatte, kamen aber nicht dran.“ Karl-Friedrich Klotz, mit 69 Punkten der Sieger des Abends, ärgert sich, dass er den Buspreis nach Travemünde nicht kannte. „Aber wirklich vorbereiten kann man sich nicht auf das Quiz. Mir hat geholfen, dass ich viel Zeitung lese und mich für die Stadt interessiere.“ Angelika Richter weiß vieles. „Aber einiges habe ich dazugelernt. Ich habe mich ein bisschen gefühlt wie im Assessment Center.“

Zuschauerin Lieselotte Milbrandt erinnert sich bei einer Frage zu den Lübecker Hütchen an eine Schulfreundin, die den Entwickler der rot-weißen Kegel kannte. Für ihre Freundin Helgard Willruth ist das Quiz „eher wie eine Lehrstunde. Für mich könnte es etwas lebhafter sein.“

Organisator Manfred Gläser hätte sich über mehr Gäste gefreut. „Aber es hat Spaß gemacht, sich die Fragen auszudenken“, ergänzt Doris Mührenberg. Eine Fortsetzung des Formats ist aber nicht geplant. „Anlass war ja der 875. Stadtgeburtstag.“

Die Kandidaten gewinnen zwar keine Million, dürfen aber mit Glas-Repliken der Archäologischen Gesellschaft nach Hause gehen. Und noch viel wichtiger: Blamiert hat sich keiner.

Friederike Grabitz

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