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Lübeck Für 15 Millionen Euro: Possehlbrücke 2019 fertig
Lokales Lübeck Für 15 Millionen Euro: Possehlbrücke 2019 fertig
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08:02 25.07.2018
 Am 15. November 2019 soll der Neubau der Possehlbrücke stehen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Endlich, es gibt eine Lösung. Nach LN-Informationen zahlt die Stadt 15 Millionen Euro. Dafür baut die Firma Wayss & Freytag die Possehlbrücke bis zum 15. November 2019. Dann müssen beide Fahrspuren fertig sein. Und: Alle finanziellen Forderungen sind vom Tisch. Das ist das Ergebnis der Mediation. Der Hauptausschuss hat den Extra-Millionen-Euro am Dienstag hinter verschlossenen Türen zugestimmt.

Dafür votiert haben SPD, CDU, Unabhängige, dagegen Grüne, Linke, AfD. Die FDP hat sich enthalten. Die Bürgerschaft entscheidet am 30. August.

Der Durchbruch: Die Possehlbrücke wird fertig! Am 15. November 2019 soll der Neubau stehen. Nach LN-Informationen betragen die Kosten 15 Millionen Euro. Das sind sechs Millionen mehr als geplant. Aber: Damit ist der Streit zwischen der Stadt und der Baufirma beendet.

„Mein Ziel ist eine zügige Verkehrsfreigabe und eine Begrenzung der Kosten“, erklärt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). „Wir sind an einem schnellen Abschluss des Bauvorhabens interessiert“, sagt Jan Wierenga, Vorstandsvorsitzender der Wayss& Freytag Ingenieurbau AG. Allerdings: Ursprünglich sollte der Neubau neun Millionen Euro kosten. Jetzt zahlt die Stadt sechs Millionen Euro mehr als geplant. Von den Gesamtkosten übernimmt das Land 6,9 Millionen Euro. Die Stadt hätte lediglich 2,1 Millionen Euro gezahlt. Nun zahlt sie 8,1 Millionen Euro – immerhin fast vier Mal so viel.

Zwei wichtige Details enthält die Vereinbarung. Nummer eins: Eine halbe Million extra erhält die Baufirma, wenn der Neubau der Querung vor dem 15. November 2019 steht. Die Stadt müsste zwar satte 15,5 Millionen Euro für die Possehlbrücke zahlen, aber die Autofahrer könnten die Querung früher passieren. Nummer zwei: Eine Million Euro Strafe muss die Baufirma an die Stadt zahlen, wenn die Brücke nicht bis zum Termin steht. Damit müsste die Stadt 14 Millionen Euro auf den Tisch legen – aber die Lübecker müssten noch länger warten, bis die Querung fertig ist. Rückblick: Die Possehlbrücke von 1956 ist marode. Sie hat Betonkrebs und bröselt. Ein Neubau muss her. Baustart ist im März 2015. Fertig soll alles am 31. Januar 2017 sein. Doch die Baustelle entwickelt sich zum Desaster. Stadt und Baufirma zerstreiten sich heillos. Die Kosten der Brücke steigen unaufhaltsam. Zuletzt will die Baufirma 13 Millionen Euro haben. Einen Fertigstellungstermin gibt es nicht. Die Brücke droht auf Jahre zur Dauerbaustelle zu werden.

Das Problem: Die Lübecker stehen im Stau – seit mehr als drei Jahren. Denn die Possehlbrücke ist seit März 2015 nur auf einer Spur stadteinwärts zu befahren. Vor allem die Unternehmer in Genin sind sauer. Ihr Gewerbegebiet ist abgeschnitten. Sie protestieren und setzen sich durch. Seit April 2017 hat die Possehlbrücke eine Baustellen-Ampel. Dadurch ist die Querung immerhin im Wechsel in beide Richtungen befahrbar.

Vor allem: Bisher ist nur eine Hälfte der alten Possehlbrücke abgerissen. Und der Neubau dauert. Erst vor zwei Wochen ist die erste Hälfte der neuen Brücke fertig geworden – nach drei Jahren. Durch die Einigung auf 15 Millionen Euro soll jetzt alles doppelt so schnell gehen. Aktuell wird der zweite alte Brückenteil weggerissen. Der Neubau soll dann im November 2019 stehen – nach anderthalb Jahren.

Die Brücken

Lübeck hat ein Brücken-Problem: Es gibt viele, sie sind alle marode – und es kann nur eine nach der anderen repariert werden. Sonst droht ein Verkehrschaos. Erst wenn die Possehlbrücke fertig ist, kann die Bahnhofsbrücke neu errichtet werden. Allerdings hält diese Querung nicht mehr so lange durch und muss notrepariert werden. Der Neubau ist auf 2021 verschoben.

Josephine von Zastrow

 

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