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Lübeck Für 5000 Lübecker ist es leiser geworden
Lokales Lübeck Für 5000 Lübecker ist es leiser geworden
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20:47 14.11.2017
Lübeck

Erhöhte Lärmbelästigung – das sind mehr als 65 Dezibel am Tag oder 55 Dezibel nachts. „Mit 65 Dezibel lärmt ein Staubsauger“, weiß Birgit Hartmann, Bereichsleiterin Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz der Stadt, „55 Dezibel erreicht ein Auto in 50 Metern Entfernung oder lautes Blätterrauschen bei Sturm.“ Die chronische Beschallung jenseits solcher Werte kann Menschen krank machen – das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen steigt.

Birgit Hartmann leitet den Bereich Umwelt, Naturschutz und Verbraucherschutz der Stadt. Quelle: Foto: Künzel

Aber die neuen Zahlen zeigen eine kleine Verbesserung. 957 Lübecker sind tagsüber sehr starkem Lärm ausgesetzt – bis zu 75 Dezibel. Bei der letzten Messung 2012 waren es 1700. Über 19000 Menschen sind tagsüber Lärm zwischen 55 und 65 Dezibel ausgesetzt, fünf Jahre zuvor waren es 24570. „Die Fertigstellung der B 207neu, der K 13 und Lärmschutzwälle an der Autobahn Hamburg–Lübeck haben die Lärmsituation verbessert“, erklären Umweltsenator Ludger Hinsen (CDU) und seine Bereichsleiterin Hartmann. Die B 207neu hat vor allem die Bewohner an der Ratzeburger Allee entlastet.

Außerdem verfüge die neue Bundesstraße im Lübecker Süden über Lärmschutzwälle, sagt Hinsen. Die Kreisstraße 13, die vor vier Jahren eröffnete Verbindung zwischen Stockelsdorf und Lübeck, habe für weniger Lärm in Moisling gesorgt, sagt Hartmann.

Am lautesten sind weiterhin die Autobahnen A 1, A 20 und A 226, die Travemünder Allee, der St.-Jürgen-Ring, die Fackenburger Allee, die Kronsforder Allee, Teile der Ratzeburger und der Moislinger Allee. Für Birgit Hartmann ist klar: „Es sind immer noch zu viele Lübecker dem dauerhaften Lärm ausgesetzt.“ Silke Mählenhoff, Umweltpolitikerin der Grünen, weist darauf hin, dass die Zahlen zwar insgesamt sinken, dass aber für mehrere Tausend Lübecker die Lärmbelastung nachts sogar höher ist als tagsüber. 6353 Bürger sind nachts hohen Lärmbelastungen ausgesetzt, während es tagsüber 6175 sind. Grund: Nachts gelten geringere Grenzwerte. Mählenhoff: „Gerade nachts ist Lärm gesundheitsschädlich, weil er Menschen schlecht schlafen lässt, sie tagsüber nicht fit sind, sich ihre Lebensqualität verschlechtert.“

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren auf Geschwindigkeitsreduzierung und Straßenbaumaßnahmen gesetzt. Umweltsenator Hinsen: „Flüsterasphalt, grüne Welle und Tempo 30 sowie Verkehrslenkungen sind mögliche Instrumente.“ Gute Erfahrungen sammelten eigens beauftragte Wissenschaftler der Fachhochschule Lübeck 2013 in einer Blitzer-Studie. Stationäre Radarfallen senken den Lärm um ein Dezibel und sorgen für einen besseren Verkehrsfluss. Vor allem aber sorgen fest installierte Blitzer dafür, dass Autofahrer nachts nicht durch die Straßen donnern.

Umweltsenator Hinsen hält stationäre Radarfallen allerdings für überholt, will künftig vermehrt auf die mobilen Geschwindigkeitskontrollen setzen. „Ich will, dass die Fahrer sich aus Gründen des Lärmschutzes und der Verkehrssicherheit an Tempobegrenzungen halten“, sagt Hinsen, „da kenne ich weder Freunde noch Verwandte.“

Eine wesentliche Lärmreduzierung erwartet der CDU-Politiker vom „Durchbruch der Elektromobilität“. Bei diesem Thema will er auch den Stadtverkehr weiter in die Pflicht nehmen, der sich bereits aufgemacht hat und auf E-Busse setzt. Dritte Maßnahme: In der Hansestadt würden in den nächsten Jahren zahlreiche Straßen aufgerissen, weil das Kanalnetz modernisiert wird. Hinsen plädiert dafür, dass die neuen Decken dann mit Flüsterasphalt belegt werden.

Die Umweltbehörde arbeitet an einer Lärmminderungsplanung für Ende 2018. Neben den Messungen fließen auch die Ergebnisse einer Online-Befragung der Bürger ein, die in wenigen Monaten gestartet werden soll.

Die anderen Geräusche

Neben Straßenlärm gibt es auch Industrie- und Gewerbelärm, Freizeit- und Hafenlärm in Lübeck. Die Zahl der Betroffenen ist im Vergleich zum Straßenlärm mit ein paar Hundert vergleichsweise gering. Aktuell laufen Widersprüche von Kücknitzer Einwohnern gegen den Beton-Brecher (MAZ) der Firma Scheel.

Die Fehmarnbeltquerung werde den Lärm in der Hansestadt wieder erhöhen, befürchten die Grünen. „Eisenbahn-Lärm könnte ein Thema werden“, bestätigt Umweltsenator Ludger Hinsen (CDU).

Kai Dordowsky

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