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Lübeck Für die Kunsttherapie: Bilder unterm Hammer
Lokales Lübeck Für die Kunsttherapie: Bilder unterm Hammer
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07:34 07.10.2016
Dr. Merwe Carstens zeigt zwei der 20 Bilder, die am Sonnabend erworben werden können. Quelle: Lutz Roeßler

Da, wo Worte nicht oder nicht mehr reichen, bieten Bilder und Farben die Möglichkeit, sich auszudrücken, Inneres außen sichtbar zu machen oder sich zu entlasten – das ist das Credo von Silke Streckmann. Die Kunsttherapeutin aus Bad Oldesloe unterstützt seit über zwei Jahren das Team der Palliativstation der Sana-Klinik – eine Station mit sieben Betten, auf der nur schwerkranke Patienten betreut werden.

Hospiz und „Muschel“

Am heutigen Freitag geben bei einem „Tag der offenen Tür“ das Hospiz „Rickers Kock Haus“ (15 bis 18 Uhr, Moislinger Allee 75a) sowie der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst „Die Muschel“ (14 bis 17 Uhr, Rigastraße 9) Einblicke in ihre Arbeit.

„Sie versucht gemeinsam mit den Patienten, unterstützende Wege und Zugänge zu den eigenen Gefühlen zu finden“, erklärt die leitende Oberärztin Dr. Merwe Carstens, „und wir haben festgestellt, dass das Angebot sehr gern angenommen wird.“ Entsprechend sind aus den anfänglich zwei Stunden pro Woche inzwischen zwei ganze Nachmittage geworden, an denen Silke Streckmann in der Klinik ist. Eine Krebs-Patientin zum Beispiel plane ihre kurzen stationären Aufenthalte während der Chemo-Therapie immer so, dass sie an der Kunsttherapie teilnehmen kann, merkt die Sektionsleiterin Palliativmedizin an.

Das Problem: Krankenkassen zahlen für diese flankierende Behandlungsform nicht. „Deshalb haben wir einen Förderverein gegründet, der komplett die Finanzierung trägt“, so Carstens. Und dieser Förderverein lädt nun am morgigen Sonnabend zu einem besonderen Ereignis in das Foyer des Krankenhauses in der Kronsforder Allee ein, durch das der Spendentopf aufgefüllt werden soll. „Ab 18 Uhr werden wir 20 Bilder, die von den Patienten im Rahmen der Kunsttherapie gemalt worden sind, ,amerikanisch‘ versteigern“, kündigt die Medizinerin an.

Als Moderator und Auktionator kommt dabei Dada Peng zum Zuge. Der Songwriter und Autor – unter anderem bekannt durch seine TV-Präsenz im Kika – war viele Jahre ehrenamtlicher Mitarbeiter in einem Hospiz und engagiert sich seitdem in der Hospizbewegung. Seine letzte Publikation trägt den Titel „mein buch vom leben und sterben“. Der 42-Jährige wird auch eine musikalische Visitenkarte abgeben.

„Vor knapp anderthalb Jahren haben wir so eine Vernissage das allererste Mal durchgeführt und knapp 6000 Euro eingenommen“, fügt die Oberärztin hinzu. Ihr ist die Anmerkung wichtig, dass natürlich alles im Einverständnis mit den Patienten passiere – „einige möchten uns immer wieder explizit die Bilder schenken, damit wir sie auf der Station aufhängen oder durch ihren Verkauf Spendengelder einnehmen können“.

Erworben werden können nicht nur die Bilder selbst, sondern auch ein Kalender, der zwölf Motive zeigt. „Er kostet zehn Euro“, so Carstens (Bestellung per E-Mail an merwe.carstens@sana.de).

 Michael Hollinde

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