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Für mehr Sicherheit: Berliner Platz wird umgebaut

St. Jürgen Für mehr Sicherheit: Berliner Platz wird umgebaut

Die Stadtverwaltung will den Berliner Platz für rund 746 000 Euro umbauen lassen. Grund: Der Kreisverkehr im Süden ist ein Unfallschwerpunkt - mit der Umstrukturierung soll der Verkehr sicherer werden.

Täglich rauschen fast 50 000 Wagen durch den Kreisel sowie 2650 Radfahrer – und 1740 Fußgänger queren die Straßen.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

St. Jürgen. Zu schnell, zu unübersichtlich und zu viele Autos: Der Berliner Platz soll für 746000 Euro umgebaut werden, denn der Kreisverkehr im Süden ist ein Unfallschwerpunkt. Pro Jahr werden zwischen 25 und 35 Zusammenstöße gemeldet, bei denen Menschen verletzt wurden. Meistens sind Radfahrer die Leidtragenden. Der Umbau soll zudem zu weniger Staus führen. Täglich rauschen fast 50000 Wagen sowie 2650 Radfahrer durch den Kreisel; außerdem queren 1740 Fußgänger die Straßen. Drei Buslinien im 15- bis 30-Minuten-Takt fahren dort entlang. Der Berliner Platz ist damit nach dem Lohmühlenteller der am stärksten befahrene Kreisel Lübecks. Zum Vergleich: Über den Lindenteller rollen täglich 46500 Autos, und den Mühlentorteller nutzen fast 33000 Wagen am Tag (siehe auch Infotext).

Diese Bildergalerie zeigt, wie der Berliner Platz aktuell aussieht. Die Stadtverwaltung will ihn für rund 746 000 Euro umbauen lassen.

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„Mit kleinen Reparaturen kann man den Berliner Platz sicherer machen“, sagt Wolfgang Haller von SHP Ingenieure, die den Kreisel für die Stadt untersucht haben. „Man könnte ihn nach dem heute gültigen Regelwerk auch gar nicht mehr so bauen.“ Im Kern soll der Kreisel- Platz mit seinen fünf Zu- und Abfahrten ein wenig schrumpfen und dadurch langsamer werden. Daher schlägt Haller vor, dass die Ausfahrten aus dem Berliner Kreisel enger werden, so dass nur je ein Auto in eine Straße rausfahren kann. Denn derzeit können zwei Wagen gleichzeitig in den St.-Jürgen-Ring und auch in die Geniner Straße Richtung Malmöstraße einbiegen. Dort sind die Fahrbahnen zwischen 6,50 und 7,50 Meter breit — und dort geschehen auch die meisten Unfälle.

Berliner Platz

Derzeit hat der Berliner Platz einen Außenradius von 58 Metern. Zum Vergleich: Der Lindenteller hat einen Außenradius von 50 Metern. Zudem sollen die Kurvenradien kleiner werden, um das Tempo im Kreisel zu drosseln. Die Zufahrt aus der Berliner Straße könnte nur noch einspurig werden. Zurzeit ist sie breiter als üblich, so dass zwei Autos gleichzeitig in den Kreisel fahren können. Die Fahrbahn des Kreisels selbst soll zwar so breit bleiben, dass zwei Wagen nebeneinander fahren können — aber es soll keine Markierungen mehr geben. „Das ist ungewöhnlich, entspricht aber dem Regelwerk“, so Haller.

Und vor allem: Der Radweg soll durchgehend rund um den Kreisel markiert und etwas versetzt werden. Dadurch müssen die Radler zwar einen leicht größeren Radius fahren, haben aber mehr Sicherheit, weil der Abstand von den Kreisausfahrten der Autos bis zum Radweg etwas vergrößert wird. „Dadurch haben die Radfahrer eine größere Chance, gesehen zu werden“, erklärt Haller.

Die Baupolitiker reagieren skeptisch. „Wenn man irgendwo eingreift, dann verändert sich an anderer Stelle wieder etwas“, argumentiert Ute Friedrichsen (SPD). Durch die zweispurige Ausfahrt in den St.-Jürgen-Ring würde sich die Situation sehr entspannen. Das würde sie nicht ändern wollen. Zwar sei jeder Unfall einer zu viel, aber wenn man die Unfälle auf die Verkehrsbelastung hochrechne, „sind wir noch relativ gut davor“, meint sie. „Wenn man die Sicherheit am Berliner Platz erhöhen will, dann ist es aber wichtig, dass man sich diese Stellen ansieht“, sagt indes Haller.

„Die Lösung ist ganz charmant“, sagt Pirat Detlev Stolzenberg. Allerdings hält er die Verkehrsströme der neuen B 207 für nicht ausreichend berücksichtigt. Sie trifft als Berliner Straße direkt auf den Kreisel. Dass es dort nur eine einspurige Zufahrt geben soll, ist auch für Dirk Freitag (CDU) nicht plausibel. Stolzenberg: „Außerdem kommen mir die Radfahrer zu kurz.“ Haller kontert: „Für die ist das eine optimale Lösung: Es wird sicherer — ohne Wartezeit.“ Doch der Bauausschuss will noch einmal über den Berliner Kreisel diskutieren und hat das Thema vertagt. Daher ist noch unklar, wann der Umbau beginnt.

Meistbefahrene Kreisel

Der Kreisel hat mit 48500 Kraftfahrzeugen den Lindenteller auf Platz 2 abgelöst. Als Gründe gelten die Neubaugebiete Hochschulstadtteil und Bornkamp, die zu mehr Verkehr aus dem Süden geführt haben. Die Zahlen stammen vom städtischen Verkehrsplaner Helmut Schünemann und wurden in den Jahren 2012 und 2014 erhoben.

1. Lohmühlenteller : Er wird von 53000 Kraftfahrzeugen am Tag genutzt und ist damit der meistbefahrene Kreisverkehr.

2. Berliner Platz: Der Kreisel hat mit 48 500 Kraftfahrzeugen den Lindenteller auf Platz 2 abgelöst. Als Gründe gelten die Neubaugebiete Hochschulstadtteil und Bornkamp, die zu mehr Verkehr aus dem Süden geführt haben. Die Zahlen stammen vom städtischen Verkehrsplaner Helmut Schünemann und wurden in den Jahren 2012 und 2014 erhoben.

3.Lindenteller: 46500 Kraftfahrzeuge sind jeden Tag auf dem Lindenplatz unterwegs. Früher waren es über 55000, aber durch die Nordtangente wurde der Platz entlastet.

4. Mühlentorteller : Den Kreisel passieren täglich 32600 Fahrzeuge. Das Verkehrsaufkommen auf diesem Kreisel habe sich in den letzten Jahren nicht verändert, erklärt der städtische Verkehrsplaner.

Josephine von Zastrow

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