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Lübeck Geboren in den Slums von London
Lokales Lübeck Geboren in den Slums von London
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18:32 21.10.2013
Katie Booth, Tochter des Heilsarmee-Gründers William Booth, in einer Pariser Kneipe (Gemälde von Gustaf Cederström, 1886). Quelle: Wikimedia C.
Lübeck

London war gegen Ende des 19. Jahrhunderts ungefähr das, was heute die Megastädte der Dritten Welt sind — Städte wie Mexiko, Kalkutta oder Lagos. Städte, in denen zwischen Arm und Reich ein Abgrund liegt, in denen die Armen in Slums leben, in baufälligen Häusern voller Dreck und Krankheit. Im berüchtigten Osten Londons gründete der Methodistenprediger William Booth (1829-1912) mit seiner Frau Catherine (1829-1890) 1865 die Gemeinschaft, die sich ab 1878 Salvation Army nannte.

Die neue Organisation verwendete pseudomilitärische Uniformen und Rangbezeichnungen. William Booth selbst nannte sich General. Die Heilssoldaten kämpften gegen Armut, Prostitution, Alkohol und Drogen. Sie ließen sich dafür in einem vorher ungekannten Maß auf die Bedingungen der modernen Großstadt ein. Sie predigten in Kneipen, und für ihre geistlichen Gesänge verwendeten sie populäre Melodien. Frauen hatten von Anfang an weitgehende Rechte und predigten auch. Zu seinem Nachfolger machte Booth seinen Sohn Bramwell. Seit dessen Tod 1929 werden die Generale (oder Generalinnen) gewählt.

In den USA und Großbritannien gehört die Heilsarmee zu den größten Wohltätigkeitsorganisationen. In Deutschland hat sie nach eigenen Angaben 45 Korps (Gemeinden), 42 soziale Einrichtungen, 878 Heilssoldaten (ehrenamtliche Mitarbeiter), 520 Angestellte und 136 Offiziere (Geistliche). In Lübeck gibt es die Heilsarmee seit 1902.

Ohne festen Wohnsitz
284 000 Wohnungslose gab es im Jahr 2012 in Deutschland, 15 Prozent mehr als 2010. Das geht aus einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) hervor. Die Zahl der Menschen, die ohne jede Unterkunft auf der Straße leben, stieg danach um zehn Prozent auf 24 000. Von 1997 bis 2008 war die Zahl der Wohnungslosen stetig gesunken, seitdem steigt sie wieder. 40 Prozent waren weniger als zwei Monate wohnungslos (Stand 2010), bei etwa 17 Prozent waren es drei oder mehr Jahre.
Die häufigsten Ursachen sind Arbeitslosigkeit, Überschuldung, familiäre Probleme wie Trennung, Scheidung oder der Tod einer nahestehenden Person, Straffälligkeit, Krankheit und — vor allem bei Frauen — erlittene Gewalt.
89,1 Prozent der Wohnungslosen sind auch ohne Arbeit. Der Anteil der Wohnungslosen mit Migrationshintergrund steigt: Er lag 2011 bei 24,4 Prozent. 73,4 Prozent haben einen niedrigen Bildungsstand, und 53,8 Prozent haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. 62,5 Prozent können ihre Zahlungsverpflichtungen auf Dauer nicht erfüllen.

LN

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