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Lübeck Gedenken an die Mordopfer
Lokales Lübeck Gedenken an die Mordopfer
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20:39 12.05.2016

Die Recherche der letzten Jahre hat die Vergangenheit von Ralf Oplers jüdischem Urgroßvater Hermann Opler in die Gegenwart geholt: Während der NS-Diktatur lebte der 1872 geborene Opler für kurze Zeit in der Hartengrube 5. 1941 wurde der psychisch kranke Mann von dort in die Jacobysche Anstalt für psychisch Kranke in Bendorf am Rhein eingewiesen. Ein Jahr später deportierte man ihn in das Durchgangsghetto Izbica in Polen – dort wurde der Lübecker ermordet.

Torsten Zülch von der Initiative verlegt die neuen Steine. Quelle: lj

Ihm und sieben weiteren Opfern des Holocausts zum Gedenken hat die Initiative „Stolpersteine für Lübeck“ jetzt acht neue Stolpersteine in den Straßen Hartengrube, Dankwartsgrube und Depenau verlegt.

Ralf Opler(59), der zur Gedenkfeier aus Salzgitter angereist ist, bedeutet das viel – und nicht nur für seinen Urgroßvater, auch für dessen jüngsten Sohn Leo, der in Auschwitz starb, wurde ein Stein in den Gehweg eingelassen.

„Es sind Steine, die wir im Herzen tragen“, sagte Rabbiner Dr. Yakov Yosef Harety bei der feierlichen Zeremonie zur Verlegung der ersten vier Steine. Auch Dr. Sabine Brückner, die für den Stein von Hermann Opler die Patenschaft übernommen hat, betonte die Bedeutung des Gedenkens. In ihrer Verwandtschaft habe es eine Frau gegeben, die aufgrund einer psychischen Erkrankung in eine sogenannte Nervenheilanstalt eingewiesen wurde. „Obwohl ich schon lange recherchiere und gute Kontakte im medizinischen Bereich habe, ist ihr Schicksal bis heute ungeklärt“, sagte Brückner.

Insgesamt wurden in Lübeck bisher 178 Stolpersteine verlegt. Tatsächlich müsste aber über 600 Opfern gedacht werden, so Susanne Schledt-Önal von der Initiative. Die ehrenamtlich geführte Recherche sei aufwendig, und manche Lebensgeschichten seien schwer zu rekonstruieren. Dennoch arbeitet die Initiative weiter, und die acht neuen Stolpersteine werden nicht die letzten gewesen sein, an denen Lübecker innehalten und gedenken können.

lj

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