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Lübeck Gefahren-Kreuzung: Stadt plant Umbau für Radfahrer
Lokales Lübeck Gefahren-Kreuzung: Stadt plant Umbau für Radfahrer
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10:25 08.04.2016
Die Kreuzung Hüxtertorallee, Rehderbrücke, Moltkestraße ist für Radfahrer, die sich regelkonform verhalten, umständlich. Radler, die von der Rehderbrücke kommen, dürfen nicht auf der Fahrbahn über die Kreuzung rollen. 99 Prozent tun es trotzdem. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

 „Da bilden sich regelmäßig große Pulks auf den Aufstellflächen“, hat Lübecks Fahrradbeauftragter Nils Weiland beobachtet. Die Radler haben nicht nur zu wenig Platz an der Kreuzung, sie queren sie zumeist auch nicht vorschriftsgemäß und brausen von den Radwegen direkt auf die Fahrbahnen.

„Die Kreuzung ist kein Unfallschwerpunkt“, sagt Weiland, „aber für Radfahrer extrem unkomfortabel.“ Das will die Stadt ändern — und findet die volle Unterstützung des Fahrrad-Clubs ADFC. Vorsitzender Rolf Hagen: „Die Situation für Radfahrer wird deutlich verbessert.“

Das ist geplant: Die Autofahrer, die aus der Moltkestraße kommen und in die Hüxtertorallee einbiegen, müssen künftig auf eine Abbiegespur verzichten. Aus zwei Linksabbiegern wird einer. Der bisherige Rechtsabbieger wird den Radfahrern zur Verfügung gestellt, die geradeaus in Richtung Rehderbrücke unterwegs sind. 28130 Kraftfahrzeuge sind hier täglich unterwegs, davon 1160 Lastwagen und Busse.

Trotzdem sieht Weiland kein Problem für die Autofahrer durch den Verlust einer Abbiegespur. Auch nicht für die Linie 5 des Stadtverkehrs. Gerlinde Zielke, Sprecherin der Busbetriebe: „Wir werden die Details besprechen, aber diese Kreuzung ist für uns kein Brennpunkt.“

Vorteil der geplanten Neuregelung: Es gibt mehr Platz für die Pulks. Die Radler bekommen vor den rechts abbiegenden Autofahrern Grün, so dass sich die beiden Gruppen von Verkehrsteilnehmern nicht in die Quere kommen. Weiterer Vorteil: Radfahrer, die von der Moltkestraße kommen und auf der Rehderbrücke weiterfahren, verhalten sich dann nicht mehr regelwidrig. Derzeit müssen sie an der Ampel Rehderbrücke noch einmal halten und dort ebenfalls auf Grün warten, bevor sie auf die Rehderbrücke einbiegen können.

Auch Radler, die von der Rehderbrücke kommen und Richtung Moltkestraße wollen, verhalten sich oft regelwidrig. Sie müssten auf den Radweg wechseln und dann auf dem Radweg die Kreuzung überqueren.

Stattdessen fahren viele auf der Fahrbahn der Rehderbrücke über die Kreuzung. Im März 2015 kontrollierte die Polizei an dieser Stelle. 21 Radler mussten je 20 Euro Strafe zahlen, viele weitere kamen mit einer Belehrung davon. Im Februar des Jahres war ein Radfahrer tödlich verunglückt, als er von der Rehderbrücke kommend auf der Fahrbahn über die Kreuzung wollte und von einem Auto erfasst wurde.

Fahrradbeauftragter Weiland: „99 Prozent fahren auf der Straße.“ Das bestätigt auch der ADFC. Vorsitzender Hagen: „Nur wenige Radfahrer fahren auf der Verschwenkung, die ohnehin viel zu eng ist.“

Durch die Umgestaltung des Knotenpunktes werde legalisiert, was bislang illegal sei. Zugleich werde die Radwegebenutzungspflicht auf der Rehderbrücke aufgehoben. ADFC-Vorsitzender Hagen: „Das ist überfällig. In einer Tempo-30-Zone ist so eine Radwegebenutzungspflicht gar nicht zulässig.“

Weiland hat die Pläne beim Arbeitskreis Verkehr und beim Runden Tisch Radverkehr vorgestellt. Voraussichtlich im Mai geht die Planung in den Bauausschuss der Bürgerschaft. Weiland: „Unser Ziel ist, die Maßnahme noch in diesem Jahr umzusetzen.“

Von Kai Dordowsky

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