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Lübeck Geht es ohne Zwangsmaßnahmen?
Lokales Lübeck Geht es ohne Zwangsmaßnahmen?
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20:15 11.11.2013
Lübeck

„Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie“ — das Thema ist schwierig, es ist emotional aufgeladen, und diskutiert wird darüber oft nur in kleineren Zirkeln. Dies ein wenig aufzubrechen, war das Ziel einer sehr gut besuchten Veranstaltung in der „Brücke“. Darf man psychisch kranken Patienten gegen ihren Willen Psychopharmaka in der Klinik verabreichen? „Nein, seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2011 nicht mehr, da Zwangsspritzen mit Beruhigungsmitteln und Neuroleptika als Körperverletzung einzuordnen sind“, stellte Ove Keller, Vorstandsmitglied im Landesverband Psychiatrie-Erfahrener (LPE) Schleswig-Holstein klar.

Dies sei insbesondere bedeutsam vor dem Hintergrund, „dass diese Arzneien die Lebenserwartung bei Dauerkonsumenten um 20 bis 32 Jahre absenken können“, betonte Matthias Seibt vom Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener. Deshalb müsse bei der Gestaltung der Landesgesetze nun sehr sorgsam mit dem BVG-Urteil umgegangen werden. In Schleswig-Holstein wird derzeit das sogenannte Psychisch- Kranken-Gesetz nach den strengeren Vorgaben überarbeitet. „Ende des Jahres wollen wir den Entwurf im Landtag vorstellen; dann geht das Gesetz zur Beratung in die Ausschüsse“, erklärte Bernd Heinemann, der gesundheitspolitische Sprecher der SPD- Landtagsfraktion.

Derzeit erlaubt das Gesetz Fixierungen und Ruhigstellung durch Medikamente, wenn die Gefahr besteht, dass der Patient gegen Personen gewalttätig wird, sich selbst töten oder erheblich verletzen könnte. Eine richterliche Entscheidung ist dabei in der Regel erforderlich.

Die ärztliche Sicht legte bei der lebhaften Podiumsdiskussion der Lübecker Uni-Oberarzt Dr. Philipp Klein dar: „Vorrangig ist für unser Klinik-Team immer, dass wir mit dem Patienten gemeinsam einen Weg finden, wie man eine Behandlung gestaltet. Ich muss jedoch auch andere Patienten und das Pflegepersonal auf Station vor möglichen Gefahren schützen können.“ Bisher jedenfalls lehnt der LPE den Gesetzentwurf der Landesregierung ab. mho

LN

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