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Lübeck Geisterfahrer: Mit 1,52 Promille durch den Herrentunnel
Lokales Lübeck Geisterfahrer: Mit 1,52 Promille durch den Herrentunnel
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17:21 12.03.2016
Lkw und Sattelzugmaschinen durchqueren täglich den Herrentunnel. Gewöhnlich in vorgeschriebener Richtung. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Ob der Mann unbelehrbar oder vom Alkohol benebelt war, ist nicht exakt zu sagen. Vielleicht auch beides. Fest steht, dass der 36-jährige Fahrer einer Sattelzugmaschine am Donnerstagabend durch den Herrentunnel fuhr, an der Mautstation wendete und als Geisterfahrer zurückkam.

„Die Polizei wurde gegen 21.30 Uhr darüber informiert, dass eine Sattelzugmaschine aus Richtung Travemünde kommend an die Schranken der Mautstation gefahren sei“, erklärt Polizeihauptkommissar Stefan Muhtz. Dort habe der Fahrer aus dem Baltikum gewendet und sei zurück in den Tunnel gefahren, diesmal Richtung Travemünde. „Die herbeigerufenen Polizeibeamten konnten die beschriebene Sattelzugmaschine später mit Warnblinklicht auf dem Gelände einer Tankstelle im Bereich B 75/Rangenberg stehen sehen“, sagt der Sprecher und berichtet, dass ein Pkw in unmittelbarer Nähe parkte.

Dessen Fahrer — ein Angestellter der Lübecker Bundespolizeiakademie — war es gelungen, den Geisterfahrer durch Lichthupe und Warnsignale zu stoppen. „Nach seiner Feststellung war es zu keinen Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer gekommen“, so Muhtz. Bei dem Fahrer der MAN-Zugmaschine stellten die Beamten indessen Alkoholgeruch im Atem fest, und ein freiwilliger Test ergab einen vorläufigen Wert von 1,52 Promille. Daraufhin wurde eine Blutprobenentnahme angeordnet und der Fahrzeugschlüssel sichergestellt. „Da der Fahrer aus dem Baltikum stammt, wurde ihm gestattet, in der Zugmaschine zu schlafen.“

Nach Auskunft von Sven Brüning von der Herrentunnel Lübeck GmbH ist es nicht der erste Geisterfahrer im Tunnel. „Innerhalb der letzten zehn Jahre gab es schon einen Fall“, sagt der Geschäftsführer.

Ebenso wie damals sei auch die aktuelle Aktion glimpflich ausgegangen. Grund dafür sei geringes Verkehrsaufkommen sowie ein Sicherheitskonzept mit elektronischen Verkehrsschildern. Als der Schichtleiter das Wendemanöver bemerkte, sei sofort der grüne Pfeil auf der anderen Tunnelseite auf ein rotes Durchfahrt-Verboten- Kreuz umgeschaltet worden.

Der Geisterfahrer dachte jedoch nicht ans Schlafen. Kurz vor Mitternacht mussten die Beamten erneut zur Mautstelle. „Der Fahrer hatte einen weiteren Ersatzschlüssel versteckt und war erneut alkoholisiert durch den Tunnel gefahren.“ Nun musste er die Nacht im Gewahrsam verbringen und seinen Rausch ausschlafen. Ein Abschleppdienst fuhr seine Maschine in die Anliegerstraße Travemünder Allee.

Von Cosima Künzel

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