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Lübeck Gemeinsam für ein friedliches Miteinander
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20:18 03.05.2016
Gemeinsame Mahnwache: Pastor Olaf Klein (v. l.) und Rabbiner Yakov Yosef Harety beten vor zerstörten Grabsteinen. Quelle: Majka Gerke

. Knapp zwei Wochen ist es her, dass Unbekannte auf dem Jüdischen Friedhof in der Niendorfer Hauptstraße zehn Grabsteine umgestoßen und teilweise zerstört haben. Gestern trafen nun Mitglieder der Jüdischen Gemeinde und der benachbarten evangelischen Wichern-Gemeinde auf dem Friedhof zusammen, hielten eine kurze Mahnwache ab und beteten. So wolle man gemeinsam die „gestörte Totenruhe wiederherstellen“, so Yakov Yosef Harety, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Lübeck.  

Rund 40 Menschen nahmen trotz Nieselregens und kühlen Temperaturen an der Veranstaltung teil und zeigten ihre Solidarität und Betroffenheit. Sie entzündeten Teelichte und stellten sie auf den umgestürzten Grabsteinen auf. Danach riefen die Geistlichen der beiden Gemeinden zum Gebet auf. „Es ist so etwas wie die Wiederholung der Beerdigung für uns“, erklärt Rabbiner Harety den Brauch.

„Wir haben uns spontan entschlossen, etwas gemeinsam zu machen. Wir wollen Gesicht zeigen“, sagt Wichern-Pastor Olaf Klein. Als er die Nachricht über den Vandalismus hörte, nahm er sofort Kontakt zu Harety auf. „Es geht nicht, dies zu hören und dann nichts zu tun. Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Klein. 15 Mitglieder seiner Gemeinde beteiligten sich an der Mahnwache.

Rabbi Harety ist immer noch fassungslos über die sinnlose Zerstörung der Grabstätten. „Es ist egal, ob es ein christlicher, jüdischer oder muslimischer Friedhof ist. Wir wollen so etwas in unserer Stadt nicht erleben “, sagt Harety. Ein friedliches Miteinander aller Religionen und Kulturen muss möglich sein, findet er. Enttäuscht ist er auch über die Stadt. „Bis jetzt hat sich kein Politiker der Stadt bei uns gemeldet. Sonst haben die sich sehr schnell betroffen und solidarisch gezeigt. Diesmal nicht.“

Von mg

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