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Lübeck Geständnis im Prozess um tödliche Messerattacke
Lokales Lübeck Geständnis im Prozess um tödliche Messerattacke
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16:05 15.04.2011
Lübeck

Ihm wird vorgeworfen, Ende Oktober vergangenen Jahres den 47-Jährigen in dessen Haus im Zustand der Schuldunfähigkeit mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Laut einem psychiatrischen Gutachten leidet der 38-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie.

Weil die Ärzte außerdem der Meinung sind, dass von dem 38-Jährigen eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht, geht es in dem Prozess vor der I. Großen Strafkammer des Landgerichts nicht um eine Gefängnisstraße, sondern um seine Unterbringung in der forensischen Psychiatrie. Der 38-Jährige beschuldigte laut Antragsschrift der Staatsanwaltschaft sein späteres Opfer, ein Verhältnis mit seiner Lebensgefährtin gehabt zu haben und sie mit zwei weiteren Männern vergewaltigt zu haben.

Am Morgen des 30. Oktober 2010 fuhr der Beschuldigte zum Haus des späteren Opfers, um mit ihm wie schon am Tag zuvor über die Vorwürfe zu reden. Weil er fürchtete, sein Bekannter könne ihm aus Angst vor einer Anzeige etwas antun, habe er ein Küchenmesser mitgenommen, sagte der 38-Jährige vor Gericht. „Ich habe ihm das Messer gezeigt, um klarzustellen, dass ich nicht wehrlos bin. Als er laut schimpfend auf mich zu kam, fühlte ich mich bedroht und wollte ihn abwehren“, sagte der schlanke, sportlich wirkende Mann.

Mit dem Messer stach er seinem Gegenüber mehrmals in die Brust und in den Bauch, dann rannte er panisch aus dem Haus und fuhr mit seinem Auto davon. Schon nach kurzer Zeit wurde ihm jedoch klar, dass er den anderen schwer verletzt hatte. Er rief den Rettungsdienst an und bat, auch gleich die Polizei zu schicken. Bei seiner Festnahme auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants im wenige Kilometer entfernten Ratzeburg ließ er sich widerstandslos festnehmen. Das schwer verletzte Opfer konnte zunächst vom Notarzt reanimiert werden, starb dann aber auf dem Weg in eine Klinik.

Er betrachte sich nicht als psychisch krank, sagte der 38-Jährige auf Frage des Richters. „Ich bin nicht wahnhaft eifersüchtig, wie behauptet wird“, sagte er. Kurz zuvor hatte er berichtet, er habe seine Wohnung per Tonband überwacht, weil er den Verdacht gehabt habe, dass seine Lebensgefährtin ihn betrüge. Der Prozess soll am 3. Mai fortgesetzt werden.

LN

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