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Lübeck Gestaltungsbeirat: Wichtig oder verzichtbar?
Lokales Lübeck Gestaltungsbeirat: Wichtig oder verzichtbar?
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21:00 07.02.2018

Die Sinnhaftigkeit liegt im Auge des Betrachters. Ob der Gestaltungsbeirat bejubelt oder beschimpft wird, liegt offenbar an der individuellen Situation. „Wir wünschen uns den Gestaltungsbeirat“, bekennt Angela Lübbing aus der Yorckstraße. Sie und ihre Nachbarn sind zur Diskussionsrunde des Architekturforums gekommen. Sie kämpfen gegen einen geplanten Neubau in ihrer Straße. „Das moderne Gebäude passt überhaupt nicht zu unseren Gründerhäusern.“ Da hat Holger Groth andere Erfahrungen gemacht „Das Gremium muss man abschaffen“, stellt er klar. Er habe ein Velux-Fenster in sein denkmalgeschütztes Haus gebaut, ein anderer Nachbar den Farbton um eine Nuance nicht getroffen, berichtet er. Da hat Groth Ärger bekommen mit den Behörden. „Das ist eine absolute Frechheit – und gleichzeitig wird in Travemünde so ein schreckliches Hotel errichtet“, stellt er klar.

Da sind die Fachleute des Architekturforums anderer Ansicht. „Der Gestaltungsbeirat sorgt für Qualität. Es kann aber sein, dass Qualität nicht immer erkannt wird“, kontert Architekt Klaus Petersen die Kritik an dem Gremium. Er hat in den 1990er Jahren dafür gekämpft, dass Lübeck einen Gestaltungsbeirat bekommt. Damals gab es unter anderem Streit um den Schrangen. Die Lübecker Nachrichten hatten 1995 in die Musik- und Kongresshalle (MuK) eingeladen – mehr als 1200 Lübecker kamen, stimmten mit einem roten und einen grünen Button ab über die Bebauung. Klare Haltung: alle dagegen. „Eine schlimme Kultur – da sind wir ganz unten angekommen“, erinnert sich Petersen. Der damalige Bausenator Volker Zahn (SPD) hat die Zeit auch gut in Erinnerung – und kritisiert die Veranstaltung zum Schrangen ebenfalls, die vor 27 Jahren stattfand.

Offenbar sind die Architekten auch mit der aktuellen Debatte um den Gestaltungsbeirat nicht zufrieden. „Die Frage nach der Machtstellung ist völlig daneben“, sagt Zahn und bezieht sich auch auf einen LN-Artikel. Der Hintergrund: Das Gremium lehnt einen weiteren Bau auf der Travewiese in Travemünde ab. In der Folge kann Gosch dort aber nicht bauen. Das Unternehmen versucht seit Jahren in Travemünde Fuß zu fassen. Stadtplaner Karsten Schröder verteidigt den Gestaltungsbeirat: „Es geht nicht um Gosch, sondern um die Struktur auf der Travewiese.“ Das Gremium habe nichts gegen Gosch. „Das ist ein völlig schräges Bild“, so der Stadtplaner.

Allerdings: In der Diskussionsrunde geht es auch um die Zusammensetzung des Gestaltungsbeirats. Dort sitzen Architekten – in anderen Städten sind auch Stadtplaner und Landschaftsarchitekten dabei.

Und: Dort tagt das Gremium zu besucherfreundlichen Zeiten. jvz

LN

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