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Lübeck „Gestrandet“ geht in die Verlängerung
Lokales Lübeck „Gestrandet“ geht in die Verlängerung
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11:04 07.09.2016
Beide sind „gestrandet“: Ayasha (Sonja Boskou, l.) und Lisa (Kathrin Zukowski) finden in der Freundschaft zueinander Trost. Quelle: Fotos: König, Maxwitat
Innenstadt

Wer das Wasser überquert und nach langer Reise am Ufer ankommt, blickt zurück auf die unendlichen Tiefen und Weiten des Meeres. Vor ihm liegt der weiße Sandstrand und auch ein neuer Anfang. Man ist gestrandet. Diese sinnbildliche Vorstellung beschreibt die Ausgangslage der Jugendoper „Gestrandet“, die zur Zeit im Schuppen C aufgeführt wird. So beschreiben es die beiden Macherinnen des Stückes sinngemäß.

Stück über Flucht und Aufbruch ist ein voller Erfolg – LN verlosen Karten für die Jugend-Oper von Gabriele Pott.

Wenn man Gabriele Pott und Birgit Kronshage zuhört, wird schnell klar: Es ist den beiden eine Herzensangelegenheit, ein Stück über die sogenannte Flüchtlingskrise zu inszenieren. Die Idee sei Pott, musikalische Leiterin, und Kronshage, Regisseurin, im vergangenen Jahr gekommen. Als Künstlerinnen sehen sie ihre Aufgabe darin, die aktuelle Situation, also genau das, was die Menschen gerade beschäftigt, auf die Bühne zu bringen. „Wir wollten unbedingt sofort reagieren, weil einfach niemand zu dem Zeitpunkt um das Thema Flüchtlinge herumkam.“ Also nahmen die beiden Bücher in die Hand, lasen Geschichten, in denen Flüchtlinge erzählen, führten unzählige Gespräche mit Betroffenen und Menschen aus Lübeck, die sich aktiv an der Willkommenskultur beteiligten. Dabei stellten sie immer die Frage nach den Gefühlen eines Geflüchteten. „Jeder kann sich ja in die Angst hineinversetzen, etwas zu verlieren“, sagt Kronshage. „Aber wer weiß schon, wie es sich tatsächlich anfühlt, geflohen zu sein?“

Wie sie dieses Thema umsetzen, war allerdings von vornherein klar. Es sollte eine Oper werden. Und dabei sollten so viele musikalische Elemente wie möglich mit einfließen. „Von Pop über Rap bis zu Klassik und orientalischen Songs ist alles dabei“, verrät Pott. Wie in den vergangenen Jahren holte sie sich wieder 40 Kinder ins Boot, dazu ein Orchester und professionelle Solisten.

Geschrieben haben die beiden aber nicht nur für die Aktiven auf der Bühne, erklärt Kronshage. „Es ist auch eine Geschichte, die perfekt in den Schuppen C passt, allein schon wegen der Atmosphäre des Aufbruchs.“ Der Aufbruch sei es nämlich, von dem auch die beiden Protagonisten des Stückes ein Lied singen können. Genauer gesagt um Lisa und Ayasha. Die eine ein Flüchtlingsmädchen, die mit dem Boot über das Wasser kam. Die andere ein behütet aufwachsendes Mädchen, dessen Eltern ihre musikalischen Talente nicht fördern. „Beide sind irgendwie gestrandet“, erklärt Pott. „Entweder durch die Flucht oder durch die erdrückende Situation innerhalb der Familie.“ Was die zwei Mädchen verbindet, sei das Außenseiter-Dasein. Beide fühlen sich fremd. Also freunden sie sich an.

„Das Spannende ist, dass sie Trost in der jeweils anderen Kultur finden, Lisa in der arabischen und Ayasha in der deutschen oder europäischen“, erklärt Pott. Natürlich mündet die Geschichte in einem Happy End.

Das Optimistische würden aber ohnehin die Kinder zwischen neun und 17 Jahren auf der Bühne verbreiten, verrät Kronshage. „Es ist einfach toll, mit Kindern zu arbeiten, weil sie so neugierig sind und voller Fantasie.“ Dieser Spaß an dem Stück übertrage sich auch auf das Publikum, wie Pott und Kronshage gemerkt haben. „Die Resonanz auf das Stück ist großartig, darum wird es am Sonntag noch eine zusätzliche Aufführung geben.“

Karten zu gewinnen

Am Sonntag um 11 Uhr wird es eine Zusatzaufführung im Schuppen C geben. Die LN verlosen dafür 5x2 Karten.

So können Sie mitmachen: Eine E-Mail mit dem Stichwort „gestrandet“ an verlosung@ln-luebeck.de unter Angabe von Name, Adresse und Telefon.

Weitere Aufführungen sind am Freitag (nur für Schulklassen) um 10.30 Uhr und am Sonnabend (für alle) um 16 Uhr. Der Eintritt kostet ermäßigt zehn Euro, Erwachsene zahlen 15 Euro.

 Elisabeth Riedel

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