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Lübeck Ärztemangel beim Gesundheitsmobil
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13:11 11.01.2019
Sabine Gritzka leitet das Projekt der mobilen Praxis von Gemeindediakonie Lübeck und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

 So eine Situation hat Projektleiterin Sabine Gritzka nach eigenem Bekunden seit Bestehen des Gesundheitsmobils, also seit 2007, nicht erlebt. „Rund elf Jahre gibt es uns schon, aber an so eine prekäre Lage kann ich mich nicht erinnern“, folgert sie. Doch was ist passiert? Innerhalb kürzester Zeit sind zwei von sechs ehrenamtlichen Medizinern krankheitsbedingt verstorben, so dass das Gesundheitsmobil bei seinen werktäglichen, zweieinhalbstündigen Touren nur noch mit vier Ärzten planen kann.

Ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte gesucht

„Das hat eine sehr große Lücke in unserem Team hinterlassen. Deshalb suchen wir jetzt händeringend ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand, die uns bei unserer Arbeit unterstützen können“, so Gritzka. Der Verlust könne mittelfristig nicht kompensiert werden, weil eine verstorbene Medizinerin bisher regelmäßig jeden Dienstag und Freitag mitgefahren sei. „Das hat zur Folge, dass jetzt eine Teamkollegin drei Tage die Woche übernehmen muss. Das ist auf die Dauer gesehen viel zu viel“, sagt die Leiterin des Gemeinschaftsprojekts von Gemeindediakonie und Johanniter-Unfall-Hilfe.

Mobil fährt zehn Stationen an

Neben Sabine Gritzka sowie Krankenpfleger und Sozialarbeiter Thomas Müller, die das Projekt hauptamtlich zusammenhalten, besteht das Team zurzeit noch aus vier Ärzten, einem Zahnarzt, zwei Fahrern, zwei Arzthelferinnen und einer Krankenschwester. Und an fünf Tagen pro Woche fährt der zum Behandlungsraum umgebaute Mercedes Sprinter insgesamt zehn Stationen in Lübeck ab; zusätzlich öffnet die kostenfreie Gesundheitsstation im „Haus der Diakonie“ jeweils mittwochs von 9 bis 11 Uhr ihre Türen. Alles erfolgt übrigens rein spendenfinanziert.

Für sozial benachteiligte Menschen

Nach Gritzkas Auskunft kommen sozial benachteiligte Menschen zum Gesundheitsmobil, darunter Wohnungslose, Menschen mit Suchtproblemen sowie auch Geflüchtete. „Die Klientenzahlen von jährlich rund 850 sind zwar ein wenig runtergegangen in den vergangenen zwei Jahren“, so ihre Schilderung, „auf jetzt um die 700. Aber die Schwere der Fälle hat zugenommen.“ Deshalb sei auch der Zeitaufwand mitunter größer. „Wer nun helfen möchte, sollte einmal wöchentlich für zweieinhalb Stunden Zeit haben und über eine stabile Persönlichkeit verfügen“, erklärt die Projektleiterin.

(Weitere Info unter Telefon 04 51/580 106 71 immer montags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr, oder per E-Mail an gritzka@gemeindediakonie-luebeck.de oder th.mueller@gemeindediakonie-luebeck.de, Website unter www.gesundheitsmobil.org).

Michael Hollinde

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