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Lübeck Getäuscht, erpresst, beraubt und geschlagen
Lokales Lübeck Getäuscht, erpresst, beraubt und geschlagen
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21:12 30.06.2017

. Kevin D. (alle Namen geändert) glaubte, er treffe sich mit einem Bekannten, um am Sonnabendabend abzuhängen. Am Ende dieses Abends im Januar war sein Gesicht blutig geschlagen, er war sein Handy los, und er hatte Angst, dass die Schläger bei ihm zu Hause auftauchen und Geld verlangen würden. Einen der Täter, den 21-jährigen Deniz O., hat das Amtsgericht Lübeck gestern wegen räuberischer Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Opfer, als Zeuge geladen, war nicht erschienen. Der Sachverhalt wurde auch so klar: Die Täter hatten Kevin D. in einen Hinterhalt gelockt. Kevin D. und Osman Z., der zweite Täter, hatten sich in der Nähe des Hauptbahnhofs verabredet. Als D. sah, dass Deniz O. dabei war, lief er weg – weil O. ihn schon einmal mit einer Schutzgeldforderung von 100 Euro bedroht hatte. Osman Z. rief ihn auf dem Handy an und beruhigte ihn: Das sei geregelt. D. kam zurück.

Die drei Männer beschlossen, eine Shisha-Bar in der Schwartauer Allee aufzusuchen. Auf dem Weg verabredeten die Täter auf Türkisch, Kevin D. in eine dunkle Ecke zu locken. Im Katharinenstieg, einem Fußweg an der Bahnlinie, drückten sie das Opfer gegen eine Mauer und sagten: „Jetzt haben wir dich!“ Sie nahmen ihm die EC-Karte ab und zwangen ihn, die Pin zu nennen.

Als der Versuch scheiterte, damit Geld abzuheben, raubten sie D.s Handy. Er bekäme es erst zurück, wenn er 100 Euro zahle. Sie fotografierten die EC-Karte und den Personalausweis mit seiner Adresse. Dann schlugen sie ihn zusammen. Der verletzte Kevin D. wartete nicht auf den Besuch der Erpresser, sondern ging sofort zur Polizei.

Das Handy, sagte der bereits zu einer Jugendstrafe verurteilte Mittäter Osman Z. (20) im Zeugenstand, habe er einem Unbekannten verkauft. Sonst trug er wenig zur Aufklärung bei. Zum Teil widersprach er früheren Aussagen, zum Teil behauptete er, sich nicht zu erinnern und blickte sich feixend zu seinem Gefolge im Publikum um. „Jetzt hören Sie auf mit dem Rumgelüge“, fuhr Richter Jobst-Rüdiger Puchert ihn an und drohte ihm mit einem Verfahren wegen Falschaussage.

Der Angeklagte Deniz O. gestand zu Beginn der Verhandlung seine Tat und drückte sein Bedauern aus: „Es tut mir sehr leid. Ich konnte auch lange nicht schlafen deswegen.“ Das rechnete die Staatsanwaltschaft ihm an. Das Urteil folgte ihrem Antrag.

Hanno Kabel

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