Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Messerangreifer wollte "eine möglichst große Zahl von Menschen verletzen"
Lokales Lübeck Messerangreifer wollte "eine möglichst große Zahl von Menschen verletzen"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:09 21.07.2018
Verletzte werden nach der Attacke von Sanitätern versorgt. Quelle: Maxwitat
Lübeck

Staatsanwaltschaft und Polizei informieren am Sonnabendmittag über den aktuellen Stand zu der Gewalttat von Lübeck. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Lübeck gegen den 34-jährigen Deutsch-Iraner aus Lübeck einen Untersuchungshaftbefehl erlassen, "wegen des Verdachts des versuchten Heimtückemordes mit gemeingefährlichen Mitteln in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Körperverletzung und versuchter besonders schwerer Brandstiftung". Der Vollzug der Untersuchungshaft sei angeordnet worden.

Der Beschuldigte, der sich zu den Tatvorwürfen weiterhin nicht eingelassen habe, sei in die Justizvollzugsanstalt Lübeck gebracht worden.

Mittlerweile haben die Ermittler auch die Aufzeichungen der Videoüberwachung des Linienbusses ausgewertet. "Es besteht nunmehr der dringende Verdacht, dass der Beschuldigte den mit einer großen Zahl von Fahrgästen besetzten Bus in Brand setzen und damit eine möglichst große Zahl von Menschen verletzen wollte, wobei er auch einen Tod von Fahrgästen billigend in Kauf nahm", sagt ein Sprecher der Polizei. "Darüber hinaus besteht mit Blick auf einen durch einen Messerstich schwer verletzten Mann aus den Niederlanden der Verdacht des versuchten Heimtückemordes." Das Leben des 21-jährigen Opfers habe durch eine mehrstündige Notoperation gerettet werden können. Es bestehe aktuell keine Lebensgefahr mehr.

Der Beschuldigte soll außerdem versucht haben, den Busfahrer durch einen Faustschlag in das Gesicht am Löschen des Brandes zu hindern. Diesem gelang es dennoch, das Feuer mit einem Feuerlöscher zu ersticken.

Der 34-Jährige, ein im Iran geborener Deutscher, steht im dringenden Verdacht, am Freitag in einem Stadtbus unter anderem mit einem Messer etliche Menschen verletzt zu haben, drei davon schwer. Insgesamt wurden 12 Menschen verletzt.

Das Motiv für die Gewalttat war noch unklar. Die Polizei ermittele in alle Richtungen, einen terroristischen Hintergrund könne man nach bisherigem Kenntnisstand ausschließen, sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Freitagabend bei einer Pressekonferenz.

Eine entsetzliche Bluttat erschüttert Lübeck: Ein junger Mann entzündet im Bus nach Travemünde seinen Rucksack, schlägt und sticht dann wahllos auf die Fahrgäste ein. Auch der Fahrer wird verletzt. Das Motiv ist unklar.

Die Ermittlungen nach der Messerattacke in einem Lübecker Linienbus gehen auch am Samstag weiter und sollen unter anderem das Motiv des Täters klären. Am Wochenende sollen auch die Zeugen der Tat weiter vernommen werden. Fünf der zwölf Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Drei von ihnen sind schwer verletzt, wie Oberstaatsanwältin Ulla Hingst sagte. Ein Opfer wurde demnach durch Messerstiche schwer verletzt. Der Täter habe ein Küchenmesser genutzt. In seinem Rucksack fanden Experten Brandbeschleuniger, aber „keine weiteren Sprengmittel oder Ähnliches“, sagte Hingst. Die Polizei sucht auch noch Fahrgäste, die nach dem Vorfall den Tatort verlassen haben.

VIDEOS: Diese Zeugen saßen im Bus und sprechen über das Erlebte

LIVE-TICKER: Messerangriff in Linienbus - 12 Verletzte

FACEBOOK-DISKUSSION: Hier sprechen LN-Leser über den Kücknitz-Fall 

Nach Schätzung des Busfahrers waren zur fraglichen Zeit etwa 70 Menschen im Bus auf dem Weg nach Travemünde, wo am Abend die Travemünder Woche eröffnet wurde. Bei der Segelveranstaltung war erhöhte Polizeipräsenz deutlich sichtbar. „Es gibt aber keine konkreten Hinweise auf eine veränderte Sicherheitslage“, sagte Grote. Dennoch gebe es eine Verunsicherung. Im Zusammenhang mit einem so großen Fest dürfe es keinen Raum für Spekulationen geben.

Gewalttat in Lübeck: Mutmaßlicher Messerangreifer von Kücknitz schweigt

Die JVA Lauerhof von innen und außen: Klicken Sie hier, um zahlreiche Fotos des Lübecker Gefängnisses zu sehen.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!